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23. September 2010

Dieser Artikel wurde am
23. September 2010 veröffentlicht.

Indien - Gesundheit für Mütter und Kinder

Neu ist ADRA eine Partnerschaft mit der Hebammenschule „Springs of Joy“ eingegangen, die im Distrikt Ranchi, im Staat Jharkhand liegt und seit 2005 in kleinen Schritten ein bemerkenswertes Programm aufgebaut hat, das wir nun unterstützen und ausbauen möchten. Parallel dazu werden wir in den Dörfern der Umgebung Brunnen bohren und Gesundheitskurse anbieten.

Jharkhand, ist einer der ärmsten und rückständigsten Staaten des Landes. 54% der aus verschiedenen Völkergruppen zusammengesetzten 29.2 Millionen Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze, 78% von ihnen in ländlichen Gebieten. Die Alphabetisierungsrate der Frauen liegt nur bei 40%. Unser Ziel ist es, hier in den entlegenen Dörfern die Sterblichkeitsrate von Müttern und Kindern zu reduzieren. Junge Frauen werden zu Hebammen ausgebildet und betreuen hunderte von Frauen in den umliegenden Dörfern, bei denen Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft noch kein Standard sind. Schon durch einfache Wissensverbreitung kann mit gesundheitsschädlichen Traditionen gebrochen und Leben gerettet werden.

„Kleines Baby = leichte Geburt“? Aushungern der Kleinsten.

Ein weit verbreiteter Glaube ist zum Beispiel, dass durch das Einnehmen von Eisentabletten die Köpfe der Ungeborenen groß werden. So werden die Tabletten aus Furcht vor einer schweren Geburt nicht eingenommen. Auch erhalten Schwangere von ihren Familien während der letzten drei Schwangerschaftsmonate oft nur eine Mahlzeit pro Tag – viele Mütter und Kinder sind folglich so geschwächt, dass sie die Geburt nicht überleben oder dass Babies Fehlentwicklungen aufzeigen.
Parallel zur Ausbildung von 15 Hebammen über die nächsten 18 Monate möchte ADRA den Bau von Brunnen in den Dörfern unterstützen. Viele der Bewohner müssen in der Trockenzeit 3-4 km laufen, bis sie Trinkwasser finden. Trinkwasser und Hygiene kann die Krankheitsrate gerade bei Kleinkindern bedeutend senken. Das ganzheitliche Konzept wird abgerundet durch Gesundheitstrainings und Erste-Hilfe-Kurse in den Dörfern und Schulen.

Wir danken der Oberösterreichischen Landesregierung, die dieses Projekt in 2011 mit 12'000 EUR unterstützen wird.

Fotos zum Artikel


Im Unterricht

Im Unterricht

Erschöpft nach der Geburt

Erschöpft nach der Geburt

Eine der Hebammen mit einem Neugeborenen

Eine der Hebammen mit einem Neugeborenen

Eine Mutter mit ihrem Kind

Eine Mutter mit ihrem Kind