Marcel Wagner, Leiter von ADRA Österreich ist soeben von einer Projektreise nach Haiti zurückgekehrt. Aufgabe vor Ort war es zum einen, eine technische Evaluierung der von ADRA gebauten Übergangshäuser durchzuführen. Zum anderen hat er vor Ort die Vorbereitungen und Ausbildungen für ADRA Österreichs Nachfolgeprojekt getroffen. « Was die Menschen dort am dringendsten brauchen ist Wasser und Hygiene, dies gehört zu den grundlegendsten Bedürfnissen. » so Wagner. Nicht ohne Grund hatte sich die gefürchtete Cholera in den letzten Monaten so schnell im Land verbreitet.
Im Fischerdorf Percin bei Petit-Goave zum Beispiel ist die hygienische Situation kritisch. Biomüll liegt in Haufen in den Straßen und rund um den Marktplatz. Viele Anwohner hatten vor ihrem Erdbeben die Toiletten direkt am Strand/Wasser. Mit dem Erdbeben hat sich die Küste gesenkt und die Toiletten stehen nun im Wasser, sind zerstört.
ADRA plant hier den Bau von öffentlichen Toiletten. Angeschlossen an die Toiletten soll eine Biogasanlage entstehen, wie Marcel Wagner sie auch schon in Ländern wie Nordkorea und Afghanistan gebaut hat. Die Biomasse darin fermentiert und produziert so zum einen Gas zum Kochen, zum anderen erstklassigen keimfreien Dünger. Das Gas kann verkauft werden und bietet so zum einen eine Einkommensgrundlage für einige Familien, zum anderen auch einen wirtschaftlichen Anreiz, die Anlage zu pflegen und zu unterhalten. Durch den Dünger kann eine Gärtnerei betrieben werden und sogar Fischbecken zur Zucht gefüttert werden. Die brasilianische NGO Viva Rio, die solche Anlagen bereits erfolgreich in der Hauptstadt Port-au-Prince baut, wird auch unser Projekt vor Ort mit betreuen und die lokalen ADRA Mitarbeiter in der Technologie ausbilden.