Der Weltkrebstag findet jährlich am 4. Februar statt und hat zum Ziel, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. In vielen Ländern ist das Betreuungsnetz für KrebspatientInnen wesentlich schwächer als in Österreich.
Auch in Albanien stehen Frauen, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, oft hilflos und allein da. Gerade in Regionen, in der die Mittel zu Behandlung und psychologischer Betreuung rar sind, haben Selbsthilfegruppen einen unschätzbaren Wert, sind aber kaum vorhanden. Gemeinsam mit ADRA Albanien haben wir das Ziel, ein Netz von Selbsthilfegruppen von Tirana aus aufzubauen, in denen Frauen gemeinsam durch sozialen Erfahrungsaustausch Möglichkeiten suchen, ihre Probleme zu bewältigen.
Beatrice Kastrati, die als Ärztin ADRA Albanien mit viel Engagement leitet, berichtet von dieser Arbeit:
Monda, 56 Jahre alt, wurde im Sommer vergangenen Jahres mit Brustkrebs diagnostiziert. Die Diagnose kam als ein großer Schock für ihre Familie. Monda ist sich bewusst, dass sie als starke Raucherin und mit viel Übergewicht selbst zu ihrem Zustand beigetragen hat. Zuerst wollte sie ihre Erkrankung überhaupt nicht wahrhaben. Weitere Untersuchungstermine ließ sie einfach aus, und ignorierte die Warnungen des Arztes und ihrer Familie. 2 Monate verbrachte sie in vollständiger Verdrängung und wollte von Ärzten und Krankenhäusern nichts wissen.
Monda's Tochter, Irida, lebte zu dieser Zeit in Italien und war Opernsängerin an der Scala. Sie versuchte ihre Mutter von Italien aus zur Vernunft zu bringen, aber nichts half, Monda hatte den Entschluss gefasst, lieber zu sterben, als nochmal zum Arzt zu gehen. Schließlich kündigte Irida ihren Vertrag und zog im Herbst nach Tirana. Sie marschierte mit ihrer Mutter von Krankenhaus zu Krankenhaus, und brachte Monda wenigstens dazu, weitere diagnostische Maßnahmen über sich ergehen zu lassen.
Bei der Suche nach der geeigneten Therapie (eine Operation kam für Monda nicht in Frage), stieß Irida auf die Broschüre der Selbsthilfegruppe von ADRA, wo im Programm Veranstaltungen zu Behandlungsmöglichkeiten und Optionen vermerkt waren.
Zuerst kam Irida allein, da Monda auf gar keinen Fall andere kranke Frauen treffen wollte und sich auch so mit der Krankheit nicht auseinandersetzen wollte. Irida fühlte sich jedoch schnell in der Gruppe zu Hause und nahm regelmäßig an den Treffen teil. Die psychologische Betreuung und der Austausch mit anderen Betroffenen half Irida, mit dem Schock der Erkrankung ihrer Mutter fertig zu werden. Sie lernte viel über Ernährung und Musiktherapie was ihr als Opernsängerin besonders entsprach.
Schließlich überredete sie ihre Mutter, doch auch einmal zu einem Treffen zu kommen. Zuerst fühlte sich Monda unwohl und wie auf dem Präsentierteller, beteiligte sich aber aktiv am Gruppengespräch. Eine Teilnehmerin, die immer noch gelegentlich raucht, wurde von Monda ins Gebet genommen - "Schau, was mir passiert ist, das ist Folge des Nikotins!". Wir waren erstaunt über dieses Zeugnis, da es zeigte, dass sich Monda zum ersten Mal offen mit ihrer Krankheit auseinandersetzte.
Weitere Untersuchungen ergaben, dass Monda's Tumor bösartig ist, aber noch im Anfangsstadium. Dadurch ist eine Operation noch nicht dringend, und der Arzt hat Hoffnung, dass eine Umstellung der Lebensweise, Diät, gesunde Ernährung und Einstellen des Rauchens eine medikamentöse Therapie unterstützen kann. Dies war ein klares Zeichen für Monda, dass sie selbst die Hoffnung auf Heilung noch nicht aufgeben muss. Bei den Gruppentreffen lernte sie auch viel über Ernährung und Entgiftung, was ihr half dem beratenden Arzt zu vertrauen.
Monda hat sich nun komplett umgestellt - sie hat eine Reinigungskur durchgeführt, ernährt sich gesund und hat mit dem Rauchen aufgehört. Sie nimmt aktiv an den Gruppentreffen teil und will sogar später eine eigene Gruppe gründen. Sie möchte nicht mehr sterben, sondern hat Hoffnung für ein gesundes Leben.
Helfen Sie mit Ihrer Spende, dass Frauen in Albanien mit der Diagnose Krebs zu leben lernen!
Kennwort: Albanien - Krebshilfe