Notruf: Wasserknappheit, Obdachlosigkeit verschlimmern die humanitäre Krise in Haiti

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17.01.2010 SILVER SPRING, Md. — Hohe Obdachlosigkeit und der Mangel an Trinkwasser tragen in Haitis zerstörter Hauptstadt Port-au-Prince zur ansteigenden humanitären Krise bei. Vier Tage nachdem das starke Erdbeben die Stadt und umliegende Orte traf, finden die Überlebenden nach Berichten des Katastrophen-Einsatzteams von ADRA, das Freitag in der Hauptstadt eintraf, nur schwer Trinkwasser oder einen sicheren Aufenthaltsort.

„Wasser steht an allererster Stelle,“ sagt Raymond Chevalier, der hilft, die Logistik für ADRAs Nothilfeeinsatz in Haiti zu koordinieren. „In den folgenden Tagen erwarten wir Unruhen unter der Bevölkerung, besonders an den überfüllten Plätzen, wo Menschen Unterschlupf gesucht haben, wenn nicht eine ausreichende Menge an Wasser und anderen Hilfsgütern schnell zur Verfügung gestellt werden.“ In Haiti, besonders in Port-au-Prince, sind Wasser und Hygiene Priorität, besonders in Anbetracht dessen, dass normalerweise nur 50% der Bevölkerung des Landes Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtet. Zusätzlich sprießen Notunterkünfte für die Vertriebenen überall in der Stadt aus dem Boden, bis hin zum Gelände des Präsidentenpalast, berichten ADRA-Mitarbeiter.

„Erste Schätzungen unseres UN-Nothilfeteams zeigen weitverbreitende Zerstörung der Infrastruktur in Port-au-Prince und anderen betroffenen Gebieten. Bis zu 50% der Gebäude in den am schwersten betroffenen Gebieten sind zerstört,“ sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in einem Statement am Freitag. „Ein hoher Prozentsatz der 3 Millionen Menschen in Gebiet der Hauptstadt haben keinen Zugang zu Nahrung, Wasser, Unterkunft und Elektrizität.“
ADRA hat seine Nothilfeoperation auf dem Campus der Adventistischen Universität Haiti in Carrefour, Port-au-Prince, aufgenommen, wo rund 30‘000 Menschen seit dem Erdbeben am 12. Januar Schutz gesucht haben.

ADRAs Partner GlobalMedic ist bereits dabei, mehr als 2 Millionen Wasseraufbereitungstabletten und andere Wasseraufbereitungssysteme zu verteilen. Eine neue Lieferung von Reinigungstabletten und Oralrehydrierungssalz wurde Samstag vom Toronto Pearson International Airport nach Haiti geflogen. Zusätzlich hat ein Team von Ärzten und Nothilfespezialisten bereits begonnen, den Verletzten medizinische Hilfe zu bringen. Die Gruppe plant, ein 6x12m großes Feldlazarett aufzustellen, um medizinische Hilfe und Infrastruktur zu bieten. Lokale Hilfsgruppen werden Training erhalten, wie man dieses Material installiert, unterhält und pflegt, so dass es so lange wie nötig in Einsatz bleiben kann.
Das UN OCHA Büro zur Koordinierung von humanitären Einsätzen berichtet, dass Port-au-Prince voll von vertriebenen Menschen ist, die Angst haben, zu ihren Häusern zurückzukehren aus Angst vor Nachbeben und mit ihnen das weitere Einfallen von Häusern. Tausende Menschen schlafen nachts unter freiem Himmel in Regionen, wo Leichen noch nicht beerdigt oder ausgegraben wurden. Weiterhin ist die Zerstörung von Wasserquellen, Infrastruktur, Elektrizitätsnetzen und Telekommunikation beträchtlich.
Autor: Hearly Mayr, ADRA International (Übersetzung: ADRA Österreich)

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