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Weihnachten bedeutet für mich nicht nur die Geburt von Jesus, das gemeinsame Feiern mit der eigenen Familie sondern auch Geschenke, nicht die, die man selbst bekommt, es geht um Geschenke für ärmere Kinder in anderen Ländern.

Heuer betreue ich bereits zu vierten Mal, selbstständig, die Aktion „Kinder helfen Kindern“.  Hiermit möchte ich einen kleinen Einblick geben was man so während des Organisierens bis hin zur Übergabe der Pakete so erlebt.

Start der Vorbereitung ist Anfang Mai mit der Erkundung wieviel Material (Kartons, Klebebänder, Stretchfolien etc.) haben wir aus dem Vorjahr. Danach erfolgt das Überprüfen der Kontaktpersonen der Adventistischen Gemeinden, Gruppen und allen Freunden außerhalb der adventistischen Kirche wie Schulen, Kindergärten sowie Personen die uns gerne Unterstützen.

Danach geht es an das Verhandeln mit Produzenten der Kartons. Hier arbeite ich mit der Firma Pawel, ein sehr guter, effizienter Familienbetrieb den ich aus meiner vorigen Tätigkeit gut kenne.

Mittlerweile ist unsere Aktion „Kinder helfen Kindern“ bei all diesen Partnern recht gut bekannt und die „Verhandlungsgespräche laufen in einer sehr netten Art ab. Natürlich versuche ich immer die Kosten zu drücken habe aber auch Verständnis sollte das aufgrund von Inflation und diversen Preissteigerungen nicht möglich sein. Alle freuen sich bei dieser Aktion mitmachen zu können.

Wenn man mich in dieser Zeit so fragt woran arbeitest du gerade und ich antworte an einer Weihnachtsaktion, ernte ich immer staunende teilweise belustigte Gesichtsausdrücke und Kommentare.

Eine besondere Freude durfte ich heuer erleben als ich informiert wurde dass im GM/Opel Werk in Wien intern an die Mitarbeiter der Verkauf von Marketingartikel stattfinden soll und der Erlös der ADRA Aktion Kinder helfen Kindern zugutekommen soll. Frau Sabine Mandl, eine sehr nette und quirlige Person, hat sich schon in den Jahren davor massiv für eine Spendenaktion eingesetzt hat war mit der Umsetzung dieser internen Aktion betraut. Durch Ihren tollen Einsatz kam ein Betrag von ca. 3.400,– Euro zustande. Mit diesem Betrag konnten wir viele Hygiene-Artikel und Dinge für den Schulgebrauch kaufen die Platz in einigen Geschenkkartons  gefunden haben. Ein Großteil dieses Betrages durften wir, in Abstimmung mit den zuständigen Personen, einem großem Projekt (Second Chance) in Schulen in Albanien zu Gute kommen lassen.                                                                          (mehr darüber in einem gesondertem Bericht).

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Ende September sind die größten Vorbereitungen abgeschlossen und die Kartons werden ausgeliefert. Die Firma Buchbinder, in Klagenfurt bzw. Villach, stellt uns in den letzten Jahren immer einen 7,5To LKW kostengünstig für die Verteilung der Kartons an alle Besteller sowie für die Abholung der gepackten Kartons, zur Verfügung. Die Kartons an alle „Besteller“ zu liefern ist zwar etwas anstrengend aber mit Rudi Michalek, einen sehr netten und lustigen Kerl ist das innerhalb von 4-5 Tagen zu schaffen. Dabei erhalten wir auch viele gute Wünsche für diese Aktion.

Nun beginnt das große Rätselraten, wie viele Pakete werden wir heuer bekommen. Dementsprechend müssen wir Platz in unserem Lager, welches ja nicht gerade groß ist, vorhalten.

Zwischenzeitlich erhielten wir heuer seeehr viele Sachspenden die nicht in die kleinen Schachteln passen. Umso spannender wird das Platzproblem.

Ende November beginnt die Abholung der Pakete in den Hauptsammelstellen. Rudi ist mit dem LKW bis sehr spät in der Nacht unterwegs. Abgeladen wird dann in aller Früh wenn viele noch im warmen Bett liegen. Wir sind ein kleines Team aber jeder ist mit Feuereifer, Emotionen und von der Kälte, klammen Fingern dabei die Pakete auszuladen und auf Paletten transportgerecht zu stapeln.

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In knapp einer Woche haben wir alle Pakete im Haus. Zwischenzeitlich, da wir ja mit dem Lagerplatz haushalten müssen habe ich den LKW für Albanien bestellt und beladen und abgefertigt. Mit LKW Walter fand ich einen sehr effizienten Partner für den Transport der Geschenke und Sachspenden nach Albanien und Lettland. In Summe haben wir 18 Paletten mit 196 Paketen und 2 Paletten mit anderen Dingen für Albanien verladen. Nun wird es spannend, bekommen wir genügend Pakete für Lettland? Kann ich dann noch die riesige Menge an Sachspenden auf den LKW zuladen? Der erlösende Moment wenn wir Rudi`s LKW das letzte Mal abladen, ja wir haben viiiiele Pakete bekommen. Es ist zwar ein Umschlichten aller Sachspenden nötig aber die Freude dass wir auch heuer wieder vielen Kindern eine Freude bereiten können überwiegt den Anstrengungen.

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Jetzt ist auch der 2. LKW, der für Lettland abgefertigt und das Lager wieder gereinigt.

6.165 und viele Sachspenden sind unterwegs nach Albanien und Lettland um dort vielen Kindern zu Weihnachten eine Freude zu bereiten.

Ich durfte heuer Corinna Wagner nach Albanien zur Verteilung der Pakete begleiten und es war ein wunderbares Erlebnis. Die ADRA Organisation in Albanien hat schon vieles vorbereitet, Kinder in Schulen, Kindergärten sowie Waisenheimen und Spitäler ausgesucht die beschenkt werden sollen.

Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis wenn Kindern dich zuerst scheu, verängstigt dich anschauen und du ihnen ein Paket überreichst, und die dich dann mit strahlenden Augen und einem Lächeln anschauen,

Als wir in einem Heim für verhaltensauffällige Kinder ankamen ging plötzlich die Türe auf und ein kleines Mädchen kam herausgelaufen, direkt auf uns zu und hat uns umarmt ohne uns vorher gesehen oder gekannt zu haben.

In einer sehr armen Schule wo durch die zerbrochenen Fenster der kalte Wind bläst und ein kleiner Ofen der mit Holz und Papier beheizt gegen die kalten Temperaturen ankämpft durfte ich erleben wie sich diese Kinder freuen können. Vor der Verteilung, alles mucksmäuschen still wurde wurde ihnen erklärt woher wir kommen, wer wir sind, woher wir kommen und was wir vorhaben. Die Pakete wurden verteilt und da sah ich schon die ersten strahlenden Augen. Wir sind dann zur nächsten Klasse um weitere Pakete zu verteilen. Als ich dann Kinderlärm aus der vorigen Klasse gehört habe bin ich nochmals zurück und habe die Türe einen Spalt geöffnet. Da ging die Post ab, die kleine waren so aufgeregt ihre Pakete zu öffnen und auszupacken, und so beschäftigt mit herumzeigen was in dem jeweiligen Paket ist. Alle waren froh, haben gestrahlt, gelacht,  gejohlt und überglücklich.

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Das sind unbeschreiblich schöne Momente.

In einer Gemeinde in der Stadt Durres wurde für die Kinder und deren Angehörigen eine Weihnachtsfeier veranstaltet. Alle haben der Musik, den Gesängen und dem Schauspiel aufmerksam zugehört. Aber als es zur Verteilung kam waren die Kinder nicht mehr zu halten und haben sich ihr Paket mit Freude abgeholt.

Wir haben auch die eine oder andere Familie zuhause besucht und die Pakete vorbei gebracht. Auch hier, die Freude und Dankbarkeit mit der sie das wenige dass sie zu essen und zu trinken haben mit dir teilen wollen,  ist unglaublich groß.

In dieser Woche haben wir einige Institutionen, Schulen Heime, Spitäler sowie einzelne Familien besucht. Überall war die winterliche Kälte in den Häusern sehr stark zu spüren aber die Wärme die uns entgegengebracht wurde war riesengroß.

Das ADRA Team, Pastoren, freiwillige Helfer in Albanien haben ganz tolle Arbeit mit der Vorbereitung dieses Events geleistet und man kann dafür nicht genügend Dank aussprechen.

Auch wenn es mich sehr betroffen macht diese Armut und Not zu sehen, das Erlebte in dieser Woche ist unbeschreiblich und ich bin dankbar Teil davon sein zu dürfen.

An dieser Stelle ist ein riiiiesiges DANKESCHÖN an alle die an dieser Aktion beteiligt waren, angesagt.

Robert Himmler