Liebe ADRA-Familie,

das Wochenende ist vorbei, und ein weiterer Montag liegt hinter uns. Wie wir in letzter Zeit gesehen haben, kann viel passieren in einer Woche. Obwohl wir nicht wissen, was der morgige Tag bringen wird, wissen wir doch, dass Gott einen Plan hat. Die globale Gesundheitskrise kann weitergehen, die Wirtschaft kann schwächer werden, und nicht immer können wir das kaufen, was wir gerade gerne würden, aber Gott ist mit uns.

Heute ist der Beginn einer weiteren nicht traditionellen Arbeitswoche bei ADRA, die dritte Woche, in der wir viel von zu Hause aus arbeiten. Unser Geschäftsleiter sitzt gerade fern am anderen Ende der Welt auf einer Insel fest – eine Insel kann sich wie ein Gefängnis anfühlen, wenn man nicht wegkommt. Trotzdem sind wir dankbar, dass es ihm gutgeht.

Schließungen. Viele von euch können das nachvollziehen. Vielleicht arbeitet ihr von zu Hause aus in einem umgebauten Büro.

Vielleicht machen eure Kinder ihre Hausaufgaben in ihren Zimmern. Vielleicht fühlt ihr euch sonst irgendwie eingesperrt und habt Sehnsucht nach einem Ausbruch aus der Isolation.

Ich möchte euch ein junges Mädchen im Libanon namens Rafeef vorstellen, das unsere Kollegen dort betreuten. Sie war zehn Jahre alt und wusste sehr gut, was es bedeutet, im Haus eingesperrt zu sein. Geboren mit einer genetischen Störung an ihrer Wirbelsäule, kann Rafeef ohne Hilfe nicht gehen, ohne Brille nicht sehen und ohne besondere Betreuung nicht lernen. 

Die meiste Zeit ihres Lebens hat sie hinter den Mauern ihres kleinen Hauses verbracht.

Dank ADRA ABILITY, einem auf die Bedürfnisse von Kindern mit körperlicher und geistiger Behinderung zugeschnittenem Projekt, wartet Rafeef nun nicht mehr in Einsamkeit und Langeweile auf jeden neuen Tag. Jetzt hat sie eine Tutorin namens Ahlam, die sie mehrmals pro Woche besucht.

Ausgestattet mit einem iPad und zusätzlichen pädagogischen Ressourcen, schenkt Ahlam Rafeef Zugang in eine Welt jenseits ihrer einsamen Räume. Sie ist ihr eine regelmäßige und liebevolle Begleiterin. 

Manchmal darf Rafeef sogar ihr Haus verlassen und sich mit anderen Schülern in einem nicht weit entfernten Klassenzimmer treffen. Diese Momente sind kleine Erinnerungen, dass

Sie nicht allein auf dieser Welt ist.

Ich weiß, es ist isolierend, einsam und möglicherweise auch wütend machend, zu Hause „eingesperrt“ zu sein, aber Gott erinnert uns daran, dass auch dies vergehen wird.

Wir beten, dass ihr heute und in der restlichen Woche Sinn und Freude findet.

(Geschichte übernommen von ADRA International, www.adra.org)