Ich sehe nicht viele Unterschiede zwischen uns

Uganda HIS Francis

Francis Sempagale 53, ist einer aus dem Batwa Volk, der 1991 aus dem Mgahinga Forest in Kisoro, Südwest Uganda vertrieben wurde. Dies geschah, um einen Nationalpark zu errichten, der heute das Zuhause der Berggorillas ist. Er ist auch der Chef der Batwa Siedlung in Birara, Bukimbiri Sub County im Distrikt Kisoro. Gemeinsam mit seiner Frau, Paskazia Nyirakaromba (45) und 7 Kindern, drückt Francis Unbehagen aus, wenn er über die Vertreibung 1991 berichtet.

“Wie Tiere wurden wir gejagt, und einige unserer Freunde starben und andere verschwanden”, sagt er. “Während wir im Wald lebten, aßen wir Fleisch, Früchte und Nüsse. Nach der Vertreibung ließen wir uns auf dem Land anderer Leute nieder, die auch begonnen, uns zu bekämpfen, und uns beschuldigten, dass wir ihr Essen stehlen. Als wir sahen, dass die Situation immer schwerer wurde, zog ich mit meiner Frau und meinen Kindern in die Stadt Kisoro. Zu Beginn lebten wir auf der Straße und suchten nach Essen in den Mülltonnen um zu überleben”. Ab und zu fanden wir Arbeit als Tagelöhner und wurden meist mit Lebensmitteln gezahlt. Dies war der einzig sichere Weg, unsere Kinder zu ernähren. Andere Batwa haben gestolen, aber ich nicht. Während wir auf der Straße lebten, war das Leben extrem hart. Manchmal schlug man uns. Später hat die Anglikanische Kirche uns mit dem christlichen Glauben bekannt gemacht und einige meiner Kinder und meine Frau wurden getauft.

Ungefähr zur selben Zeit kam ADRA Uganda und lud uns ein, am Alphabetisierungsprogramm für Erwachsene teilzunehmen. Ich meldete mich an und habe 2 Jahre gelernt. Während ich im Alphabetisierungsprogramm war, wurde ich zum Leiter (Chairman) der Batwa in Mikingo in Kisoro gewählt.”

Nachdem er seinen Abschluss mit Hilfe von ADRA Uganda und dem Ministry of Gender durch das District Community Office im Jahr 2003 machte, erhielten sie – sagt Francis – einige Geschenke in Form von Hacken für den Gartenbau, aber sie besaßen kein Land. Sie begannen, die Hacken zu nutzen, um in den Gärten anderer Menschen zu arbeiten. Später, und unter seiner Leitung, erzählt Francis, baten sie ADRA um Land, auf dem sie sich niederlassen und selber anbauen könnten. Als ADRA später kam und uns erzählte, dass sie Land für uns gekauft hatten, war ich einer der erste, der mich für eine Übersiedelung bewarb. Sie brachten uns dorthin, gaben uns Land – einen Acre/Morgen Land. Sie gaben uns auch Zelte, Lebensmittel als Starthilfe, Gartenwerkzeuge und Saatgut. Dies war der Beginn eines neuen Lebens für uns.

Wir fragen Francis zu den aktuellen Projekten von ADRA

Zu den positive Resultaten des neuen Projekts (BIG-D) reagiert Francis euphorisch/optimistisch. Er erzählt verschiedene positive Ergebnisse, von denen ihre Siedlung in Birara zwischen September 2015 und August 2016 profitiert hat. “Wir haben jetzt Gärten, was unsere Ernährung verbessert hat. In der letzten Saison haben wir mit Unterstützung des Projekts Kartoffeln als Gruppe angebaut.”

Francis bereitet seinen Garten für die Regenfälle im September 2016 vor.

Francis bereitet seinen Garten für die Regenfälle im September 2016 vor.

“Das Geld, das wir durch die Ernte verdienten, haben wir genutzt, um ein Dorf-Motorrad zu kaufen, das uns hilft, die Kranken ins Spital zu bringen. Wir haben eine Spar- und Kreditgruppe, von der ich Geld ausgeliehen habe, um Saatgut für meinen Garten zu kaufen. Schon vorher hab ich Geld ausgeborgt, um Schulgebühren von meinen Kindern zu zahlen. Wir sind dankbar, dass ADRA uns dieses Projekt gebracht hat, das uns ausgebildet hat, wie wir uns selber helfen können.

Eine Batwa Frau legt ihren Küchengarten an.

Eine Batwa Frau legt ihren Küchengarten an.

Wir gewinnen die Akzeptanz unserer Nachbarn.

“Das Projekt hat uns auch dabei geholfen, in Frieden mit unseren Nachbarn zu leben”. Francis gibt zu, dass sie in der Vergangenheit keine Freunde mit ihren Nachbarn waren. Er sieht das Problem darin, dass sie in Not waren, und stets als Bettler angesehen wurden und als Last für den Rest der Dorfgemeinschaft. “Während wir angeklagt wurden, Lebensmittel zu klauen, sind wir jetzt in der Lage, sie selber anzubauen. Wir danken ADRA, dass wir Land erhalten haben und dass wir lernen durften, wie wir es nutzen können.”

Gad, ein Nachbar von Francis, besucht ihn während des Besuchs von ADRA und sie posieren gemeinsam für ein Foto. Dies zeigt uns, dass die Batwa nun besser integriert sind und vom Rest der Siedlung als Mitglieder und Nachbarn akzeptiert werden.

Gad, ein Nachbar von Francis, besucht ihn während des Besuchs von ADRA und sie posieren gemeinsam für ein Foto. Dies zeigt uns, dass die Batwa nun besser integriert sind und vom Rest der Siedlung als Mitglieder und Nachbarn akzeptiert werden.

“Als Resultat von ADRAs Projekten können wir jetzt einladen und werden auch zu Feiern und Meetings eingeladen. Die Nicht-Batwa besuchen mich in meinem Haus und ich besuche sie. Wir teilen jetzt die selben Teller und Becher. Dies war früher nicht der Fall. Wen nein Becher von einem Batwa benutzt wurde, konnte er nie von einem Mufumbira benutzt werden. Wenn ei Batwa einen Becher oder Teller benutzt hatte, wurde er ungewaschen aufbewahrt und konnte nur vom selben Batwa oder einem anderen Batwa beim nächsten Anlass benutzt werden. Er wurde auf dem Dach aufbewahrt um sicher zu gehen, dass niemand sonst ihn verwendet.”

Ich bin nicht länger ein Trinker

Francis ist stolz und berichtet uns, dass er Christ ist und aufgehört hat, Alkohol zu trinken. Er ermutigt auch die anderen Batwa, den Alkohol aufzugeben, den er für die anhaltende Armut und das Elend in seinem Volk verantwortlich macht. Er sagt, dass das wenige Geld das sie haben, und die Zeit dazu eingesetzt werden sollten, das Leben zu verbessern, anstelle Alkohol zu trinken. Er erinnert sich an einen Moment, als er seine Frau unter dem Einfluss von Alkohol schlug und im Gefängnis landete. “Das war meine schlimmste Erfahrung. Ich habe mich so geschämt. Nun sind meine Frau und ich uns sehr nah. Wir arbeiten zusammen im Garten, was früher nicht so war.”

Francis zeigt Bilder aus seinem Fotoalbum um die Geschichte seiner Veränderung und die seiner Familie zu erklären.

Francis zeigt Bilder aus seinem Fotoalbum um die Geschichte seiner Veränderung und die seiner Familie zu erklären.

Francis bittet nun ADRA, ihm ein Handy zu kaufen, damit er mit anderen Batwa verbunden sein kann und mit dem Rest der Leute, auch seinem Sohn, die als Unterhaltungsgruppe in Kampala City auftreten.

Er weist seine Stammeskollegen an, den Alkoholismus zu stoppen, für Entwicklung offen zu sein und hart für die eigene Entwicklung zu arbeiten. Er tritt ein für eine weitere Ansiedelung seiner Batwa, die bis heute kein Land besitzen und weiterhin auf den Straßen hausen und liegengebliebenes Gemüse aus anderer Leute Gärten aufsammeln.

Unser Selbstwert

“Ich gehe nicht länger auf Parties, wenn ich nicht eingeladen bin. Früher gingen wir auch nicht-eingeladen.” Ich bin Stolz, ein Batwa zu sein und ich sehe nicht viel Unterschied zwischen uns und ihnen.

Francis posiert mit seiner Frau Paskazia für ein Foto.

Francis posiert mit seiner Frau Paskazia für ein Foto.