Die Familie wohnt in einem Hochhaus außerhalb der Stadt. Wir gehen hinauf in den 6. Stock. Wie die meisten Wohnhäuser in der Gegend, ist auch diese Anlage ziemlich heruntergekommen. Die Mutter empfängt uns bei der Eingangstür und führt uns ins Wohnzimmer. Dabei hilft sie ihrer 12-jährigen Tochter Sarah (*Name v.d. Redaktion geändert). Die beiden sind alleine zuhause, der Vater und die beiden jüngeren Geschwister sind außer Haus. Im Laufe des Gesprächs fragen wir nach der Ursache von Sarahs Erkrankung. Sarah leidet an Zerebraler Kinderlähmung, einer Körperbehinderung, die durch einen frühen (infantilen) Hirnschaden verursacht ist. Die geschädigten Gehirnzentren und Nervenbahnen senden zu viele oder zu wenige Signale an die Muskeln. Die wiederum spannen sich dann zu sehr oder zu wenig an und die Bewegungen des Kindes sind beeinträchtigt.

Die Mutter erzählt, dass Sarah zu früh auf die Welt kam. Die Fruchtblase war geplatzt und das Neugeborene wurde nicht ausreichend mit Sauersauerstoff versorgt. Heute – mit 12 Jahren – ist Sarah beim Gehen noch auf Hilfe angewiesen, aber es sieht vielversprechend aus. Erst vor kurzen bekam Sarah die erste Einheit einer 10-tägigen Behandlung. Die Mutter übt mindestens 2-mal täglich mit ihrer Tochter, geht mit ihr ums Haus und unterstützt und korrigiert ihre Haltung bei jedem Schritt, wie man auf dem Video sieht. Sie träumt davon, dass Sarah eines Tages alleine gehen und ein selbständiges, unabhängiges Leben führen kann.

 

Mit der 10-tägigen Behandlung ist es allerdings nicht getan. Deshalb bringt die Mutter ihre Tochter regelmäßig ins Krankenhaus für zusätzliche Behandlungen (Massagen, Physiotherapie und Übungen). Im Krankenhaus warten durchschnittlich 30 Eltern mit ihren Kindern auf eine Behandlung. Am Nachmittag werden jene an Zerebralparese erkrankten Kinder behandelt, die von ihren Eltern nach der Geburt einfach verlassen werden. Allein in diesem Krankenhaus fristen über 100 Kinder ein Dasein wie in einem Waisenheim. In Ermangelung von Personal, Zeit und entsprechender Ausbildung, werden diese Kinder nicht ausreichend behandelt sondern zumeist nur medikamentös „ruhig gestellt“.

ADRA hat in Tadschikistan ein erfolgreiches Projekt gestartet, in dem Kinder mit zerebraler Kinderlähmung Physiotherapie erhalten. Während der Therapieeinheiten werden die Eltern mit ausgebildet, wie sie die Übungen und Massagen selber zu Hause weiterführen können. Die Eltern können auch an regelmäßigen Selbsthilfegruppen teilnehmen, die ihnen Mut machen und wo sie weiter lernen, wie sie ihre Kinder bestmöglich betreuen können.

Sie können mit rund Euro 100 Projektpate für ein Kind sein und schenken ganz neue Perspektiven. Die Welt verändern – ein Leben nach dem anderen!

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