Beim Verabschieden an einer Straßenecke so gegen 24.00 Uhr, erfahre ich zum ersten Mal von Claudias Idee. Nach einem gemeinsamen Auftritt, im Frühjahr 2015, erzählt sie mir, dass sie unheimlich gerne ein Benefizkabarett organisieren möchte. Ohne lange nachzudenken, sage ich sofort zu. Und nur wenige Tage später habe ich ihr von ADRA erzählt. Claudia kannte ADRA nicht, es hat mich allerdings wenig Überzeugungsarbeit gekostet ihr erkennen zu geben, dass ADRA eine Hilfsorganisation ist, der man blind vertrauen kann. Auch das Projekt ist flugs entschieden: Flüchtlingshilfe.

Ein Thema, das mir zum damaligen Zeitpunkt, wie heute, besonders am Herzen liegt. Durch den Einsatz vieler lieber Kollegen und das zahlreiche Erscheinen von wunderbaren Menschen mit Sinn für Humor und dem Herz am rechten Fleck, konnten wir im letzten Jahr eine großartige Summe auf die Beine stellen mit der wundervolle Dinge ermöglicht wurden.

Wir sind unheimlich dankbar darüber, dass wir einzigartigen Menschen dabei helfen konnten in ihrer neuen Heimat Fuß zu fassen.

Es sind Umstände und eine Reihe von Absurditäten, die sich in meinem Kopf auch nach gut 1 ½ Jahren nicht relativieren lassen. Was diese Menschen auf Ihrer Flucht erlebt haben, wie sie um ihr Leben und das Leben ihrer Familie gekämpft haben liegt jenseits unserer Vorstellungskraft. Dass sie bei uns mit Skepsis und Angst ankommen ist mehr als nur verständlich. Es hat gedauert, ihr Vertrauen aufzubauen. Es dauert bei mir nur wenige Momente bis ich ein tiefes Verlangen verspüre die Jugendlichen, die Großteils ohne ihre Eltern unterwegs sind, in die Arme zu nehmen und ihnen Geborgenheit zu geben.

Schnell wird mir klar, dass diese Menschen in erster Linie nichts Anderes als Liebe brauchen. Es ist mir bis heute unverständlich, dass es innerhalb unseres Landes zu solch hasserfüllten Vorkommnissen und derartigen Spannungen kam.

Diese Spannungen bestärken uns in unserem Vorhaben das Projekt weiterzuführen nur noch mehr. Es steht also fest – Comedy 4 Refugees geht in die 2. Runde.
Doch wie Claudia und ich es vermutet hatten, lief es nicht ganz wie geplant. Die mediale Präsenz der Flüchtlingskrise hat deutlich nachgelassen und das Thema ist somit aus den Köpfen der Menschen verschwunden. Dass sich so ein derart komplexes Thema nicht innerhalb eines Jahres lösen lässt, sollte eigentlich auf der Hand liegen. Der Abend ist ein Erfolg, doch die Zuschauerzahl ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück gegangen.

Unser Ehrgeiz ist geweckt, bereits jetzt sitzen wir schon in den Startlöchern und treffen erste Vorkehrungen für dieses Jahr. Wir schaffen eben unsere eigene mediale Präsenz. Und wir freuen uns, wenn Ihr uns dabei helft!

Hier seht Ihr, was mit den Unterstützungen vom Vorjahr passiert ist.

Astrid Aschenbrenner