Auf der Insel Koro, die zu den Fidschi-Inseln gehört und im Südpazifik liegt, wurde im letzten Jahr ein neues ADRA-Projekt gestartet. Das von der EU geförderte Projekt hat zum Ziel, das Leben der Menschen vor Ort zu verbessern. Dazu werden besonders lokale Organisationen der Zivilgesellschaft (Vereine und Gruppen auf Dorfebene) ausgebildet. Auf der kleinen, isolierten Insel Koro soll für die 14 Dörfer und ca. 3.000 Einwohner (meist Kleinbauern, die für den Eigenbedarf anbauen) eine nachhaltige Zukunftsperspektive mittels verbesserter Anbaumethoden und erneuerbarer Energien aufgebaut werden. 

Koro wurde 2016 durch den Hurrikan Winston zu weiten Teilen entwaldet und verwüstet. Mitte Dezember 2020 wurde die Insel erneut von einem tropischen Wirbelsturm (Zyklon Yasa) getroffen. Dächer wurden abgedeckt und die Häuser der überwiegend in ärmlichen Verhältnisse lebenden Inselbewohner teilweise stark beschädigt.

Rückblick auf das erste Projektjahr

Heute möchten wir euch berichten, was wir dank euch und der Förderung der EU bereits erreichen konnten. Bisher wurden für fünf Dörfer gemeinsam mit lokalen Vereinen Dorfentwicklungspläne für die nächsten 5 Jahre definiert. Organische und nachhaltige Landwirtschaft und die Erzielung von Einkommen aus grüner Wirtschaft sind ein wichtiger Bestandteil dieses Projektes. In drei Dörfern werden bereits Modell- und Ausbildungsfarmen aufgebaut, die den 926 involvierten Kleinbauern zeigen sollen, wie sie nachhaltig Landwirtschaft betreiben können.

Landwirtschaftsausbildung für Frauen wie Amelia

Amelia hat dank eurer Spenden eine Ausbildung in der Landwirtschaft erhalten und kennt nun alternative Produkte zum Anbauen.

Die 33-jährige Amelia hat dank ADRA-Spendern bereits an einem landwirtschaftlichen Training teilgenommen. Sie erklärt uns ganz begeistert, wieviel Wissen sie dort erworben hat: „Ich wusste gar nicht, dass Zitronengras, Ringelblume und Tamole als Insektenschutzmittel dienen können. Wenn ich nach Hause kommen, werde ich meinem Ehemann von den neuen Methoden erzählen. Mein Mann verwendet immer nur chemische Unkrautbekämpfungsmittel und ich freue mich, seine landwirtschaftlichen Fähigkeiten verbessern zu können.“ Amelia möchte Chinakohl, Salat, Gurke, Wassermelone und Auberginen anbauen und nach der Ernte im Straßenverkauf vertreiben.

Der Zugang zu lokalen und regionalen Märkten auf den größeren Inseln, zu fairen Marktpreisen, soll den Familien auf Koro helfen, mit der Landwirtschaft ein ausreichendes Einkommen zu erzielen. 

Küstenschutz ist für die Menschen auf kleinen Inseln im Südpazifik überlebenswichtig

Der Erhalt bzw. die Aufforstung grüner Küsten ist für einen Inselstaat überlebenswichtig. Hierzu wurden bereits Setzlinge für Kokospalmen und Mangroven beschafft, die in den nächsten Wochen gepflanzt werden. Sieben Gemeinden haben sich darüber hinaus an einer Reinigung der Strände und Küsten beteiligt. In sechs Gemeinden wurden Marine-Schutzgebiete eingerichtet. 

Umweltschutz wird überall im Projekt berücksichtigt. So wird eine Biogasanlage gebaut, solarbetriebene Kühlschränke für nachhaltigen Fischhandel eingesetzt, Abfall-Vermeidungs- und Management-Systeme aufgebaut und Maßnahmen für Ökotourismus gesetzt. Die einzigartige Natur dieser weitgehend unbekannten Insel soll für die kommenden Generationen erhalten und geschützt werden. 

Die 3.000 Inselbewohner sollen auf ihrer Insel wieder Einkommensmöglichkeiten und Perspektiven haben und nicht auf die größeren Inseln abwandern. Dank deiner Spende können die von Naturkatastrophen heimgesuchten Menschen wieder hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.