Ich bin in der Kleinstadt Liwang, im schon bergigen Distrikt Rolpa in Nepal. In den Dörfern des Distrikts hat ADRA Kleinbauern im Gemüseanbau gefördert, Marktzentren aufgebaut, um den Handel anzukurbeln.

Wir besuchen Herrn Jag Bahadur Oli. Er ist gerade in seinem Geschäft und verpackt Gemüse in Plastiksäcke für die Geschäfte, die er beliefert. Er begrüßt uns mit einem breiten Lachen. Er sitzt vor seinem gemieteten Geschäftslokal und bündelt das Gemüse, packt es zu kleineren Einheiten für die Gemüseverkäufer, die seine Kunden sind. Ein paar andere Personen helfen ihm, bevor er die Säcke vorsichtig auf seinen kleinen Pickup lädt.

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Nach etwas mehr als einer Stunde ist er fertig und kommt zu uns hinüber, um mit uns zu plaudern. Ich nutze die Gelegenheit, ihm ein paar Fragen zu stellen. “Sie wissen, dass das Projekt in rund 3 Monaten enden wird. Denken Sie, die Handels- und Wertschöpfungskette wird weiter funktionieren, wie sie jetzt angelaufen ist?”

ADRA Nepal Kleinbauer zum Großhändler

Sein breites Lachen drückt seine Zuversicht aus und ich freue mich über die positive Reaktion. Die Nachhaltigkeit ist immer Kernanliegen unserer Arbeit. Herr Bahadur ist 30 Jahre alt, hat 2 Kinder und lebt in der Stadt Liwang. Bevor unser IAPAC (Projektname) Projekt startete, war er Bauer und nebenher Klempner. Sein Land von 0,7 Hektar Größe ist zu klein, um die Familie davon ernähren zu können. Ein halbes Jahr nachdem das IAPAC Projekt gestartet hat, entschied er sich, Großhändler zu werden und startete sein Business mit einem Kleinkredit. Im ersten Jahr kaufte er Gemüse im Wert von rund 40.000 NPR (330 EUR) ein und versorgte damit 35 kleinere Geschäfte in Liwang. Heute, zweieinhalb Jahre später, kauft er von den Kleinbauern, die an ADRAs Projekt teilnehmen, Gemüse im Wert von 200.000 NPR (1.650 EUR) pro Jahr und beliefert rund 100 Geschäfte in Liwang und noch 7 anderen Orten im Umkreis von 106 Kilometern. Er hat zwei Vollzeitangestellte und die Unterstützung seiner Familienmitglieder.

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Ich bin beeindruckt von dieser guten Entwicklung, die Herr Bahadur innerhalb der kurzen Zeit gemacht hat. Ich möchte mehr über die Nachhaltigkeit seines Unternehmens wissen und frage ihn, wie fair die Preise sind, die er den Kleinbauern zahlt. Er sagt: “Ich gebe ihnen bessere Preise als die anderen Großhändler und die Bauern vertrauen mir!” Als er selber Bauer war, hat er am eigenen Leib erfahren, wie schwierig es jedes Mal war, einen fairen Preis für seine Produkte zu erzielen. So kann er sich gut in die Bauern hineinversetzen. Man erzählt mir, dass der kleine Pickup-Truck vor seinem Geschäft ihm gehört. Dies weist auf ein gut laufendes Geschäft hin, vor allem innerhalb dieser kurzen Zeit. Ich möchte wissen, was er mit dem Einkommen macht, das er verdient. Erste Priorität hat für ihn die Ausbildung seiner Kinder. Dann unterstützt er finanziell die Schule in seinem Dorf und das weiterführende College. Eine weitere Priorität ist es für ihn, seinen Freunden durch Kleinkredite zu ermöglichen, auch kleine Unternehmen zu starten und weiterzuentwickeln. Und dann bleibt da immer noch ein guter Betrag, den er in sein eigenes wachsendes Unternehmen investiert. Sein Hauptziel ist es, das Dorf, in dem er aufgewachsen ist, zu fördern und zu verändern. Nachdem Herr Bahadur mit seinem voll beladenen Truck losfährt, laufen auch wir zurück zu unserem Hotel.

Nepal IAPACEinige Meter weiter unten an der Straße treffen wir ihn wieder – diesmal vor dem ersten Laden, den er mit Gemüse versorgt. Hier ist er dabei, Gemüse abzuladen. Bis er heute Abend das 106km entfernte Bhalubang erreicht, hat er alles Gemüse verkauft. Dann nimmt er die Einkaufsliste hervor, auf der all die Werkzeuge und Ausrüstung stehen, die die Kleinbauern brauchen und über ihn bestellt haben. Er sagt, dass er seine Lieferanten so gut versorgen muss, damit er gute Produkte und die nötige Qualität erhält, die er braucht, damit sein Unternehmen läuft.

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Marcel Wagner, Geschäftsleiter ADRA Österreich, berichtet aus Nepal.