Mosambik

Armut und Hunger in Mosambik nach Zyklon Idai

Nhamatanda ist einer der ärmsten Distrikte Mosambiks und wurde 2019 von Zyklon Idai schwer getroffen. 55% der Bevölkerung hier leidet unter Nahrungsunsicherheit und Mangelernährung. Das bedeutet, dass es im Laufe des Jahres Zeiten gibt, in denen sie nicht ausreichend zu essen haben. 46% der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze.

Was sind die Ursachen der Armut vieler Familien?

Die Ursachen sind vielschichtig. Eine ist die niedrige landwirtschaftliche Produktion und Produktivität. Nur 15-20% der Familien haben gelernt, wie man anbaut oder zum Beispiel auch Schädlinge bekämpft. So wird Getreide und Mais nach traditionellen Methoden angebaut. Viele Familien können nur ein Viertel eines möglichen Ertrags von ihren Feldern ernten. Auch nach der Ernte verdirbt ein zu hoher Anteil der Ernte. Er wird nicht sachgemäß gelagert oder rechtzeitig verarbeitet oder verkauft.

Noch gravierendere Auswirkung haben diese Probleme, da viele Familien kein zweites Einkommensstandbein haben, von dem sie alternativ Nahrung gekauft werden könnte.

Frauen sind besonders armutgefährdet

Besonders schwierig ist das Leben für Frauen, die alleine eine Familie versorgen müssen. Sie haben wenig Mitspracherecht im Dorf. Sie können traditionell kein Land oder Vieh besitzen. Daher haben sie eigentlich keine Grundlage für ein Einkommen. Auch Menschen mit einer Behinderung werden vielfach ausgegrenzt. Sie erhalten nicht die Chance, in der Landwirtschaft zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen.

Wie will ADRA Armut und Hunger bekämpfen?

ADRAs neues Projekt hilft 2.000 Kleinbauern im Distrikt Nhamatanda. Dies sind vor allem Frauen, junge Menschen und Menschen mit einer Behinderung. Sie gehören zu den Ärmsten und Verwundbarsten der Gesellschaft und leben oft in entlegenen, ausgegrenzten Gegenden.

Die Ziele sind

Das Steigern der landwirtschaftlichen Produktion und Produktivität und Reduzierung von Nach-Ernte Verlusten.
Dazu …

  • werden die Kleinbauern in Bauerngruppen organisiert und lernen, für ihre Rechte und Nöte einzutreten
  • lernen die Kleinbauern konservierende Bodenbearbeitung, Bewässerung, Nach-Ernte-Management und Viehhaltung
  • werden sie mit Zulieferern und Märkten verlinkt (damit sie die „Zutaten“ einkaufen und die Endprodukte verkaufen können)
  • lernen sie, wie eine ausgewogene Ernährung für sie praktisch aussehen kann
  • werden Frühwarnsysteme entwickelt, damit sich Familien auf Naturkatastrophen vorbereiten können und so ihre Verluste reduzieren.

Eine Diversifizierung des Einkommens von Kleinbauern und gleichzeitig eine Senkung von Abholzung der Wälder durch geringeren Holzbedarf.
Dazu …

  • lernen die Bauerngruppen, ein Kleinunternehmen zu führen und erhalten Coaching beim Start
  • werden mit ihnen Business-Netzwerke außerhalb der Landwirtschaft aufgebaut
  • erhalten sie Ausbildung im Bereich Finanzen (ein Familienbudget erstellen, Dorf-Spar- und Kreditgruppen werden gebildet und diese mit Banken verlinkt, damit die Familien Zugang zu Kleinkrediten erhalten)
  • werden Bewusstseinskampagnen zum Schutz der Wälder vor Abholzung und anderer natürlicher Ressourcen durchgeführt.
  • lernen die Kleinbauern, Energiesparöfen zu bauen
  • und es werden Baumschulen im Umfeld der Dörfer aufgebaut, um abgeholzte Wälder wieder aufzuforsten.

Die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen beim Zugang zu Grundlagen wie Land oder Besitz von Vieh abzubauen.
Dazu …

  • werden Frauen mobilisiert und in Leiterschaft ausgebildet, damit sie innerhalb der gegründeten Bauerngruppen mehr Mitspracherecht erhalten.

Du fragst dich: Wie kann ich helfen?

Wir freuen uns, wenn du das Projekt mit deiner Spende unterstützt.

  • Für 20 Euro schenkst du einer Familie 5 stabile Säcke, in denen sie ihr Getreide vor Feuchtigkeit und Ungeziefer schützen können.
  • Für 37 Euro schenkst du einer Frauen-Kleinkredit-Gruppe einen Safe für ihr gespartes Geld
  • Für 61 Euro schenkst du derselben Gruppe die komplette Ausstattung: Safe, ein Buch für die Buchhaltung (wer hat wie viel eingezahlt und erhalten) und ein Handbuch, damit alles korrekt verbucht und behandelt wird
  • Für 70 Euro schenkst du einem Dorf das Demonstrations-Material, um ein Feld anzulegen, auf dem sie neue Anbaumethoden erlernen.
  • Für 780 Euro lernt ein Dorf-Leiter das ganze Ausbildungskonzept für eine bessere Landwirtschaft und wird dabei betreut, dieses Wissen an die anderen Familien weiterzugeben