Ein spannender Tag startet – unser Start-up Workshop in Bardibas, Nepal. Fast ein Jahr haben wir mit unseren Partnern darauf hingearbeitet – vor rund einem Jahr haben wir das erste Konzept bei der Europäischen Union eingereicht, kamen in einem sehr kompetitiven Auswahlverfahren in die Vorauswahl. Im Anschluss war ein sehr ausführlicher Projektantrag auszuarbeiten, Ziele und Budget zu definieren. ADRA Österreich, ADRA Nepal mit ihren zwei lokalen Partnern erhielt schließlich die Zusage – am letzten Arbeitstag vor Weihnachten durften wir dann den Fördervertrag mit der EU unterschreiben. Ein ganz besonderer Moment! Heute zusammengekommen sind 17 Mitarbeiter von ADRA und unseren zwei lokalen Projektpartnern. Gemeinsam haben wir das Ziel, in den kommenden 40 Monaten die Resilienz von über 2000 verwundbaren Haushalten zu stärken, damit sie den Problemen, die der Klimawandel bringt, trotzen können und eine stabilere Lebensgrundlage erhalten. Das Projekt mit einem Budget von rund 1,09 Mio. Euro wird gefördert von der Europäischen Union und der Austrian Development Agency.

Angesiedelt ist das Projekt am Fuße der Chure-Bergkette – eine Region die geprägt ist durch Flüsse, die aus den Bergen kommen und viel Sediment anschwemmen.

Auf dem Foto seht ihr ein Dorf in der Nähe der Stadt Bardibas, wo wir uns gerade aufhalten.

Ehemalige Felder versanden, sind bedeckt von Kies. Kleinbauern verlieren dadurch ihre Lebensgrundlage. Die Regenfälle sind heute weniger verlässlich, häufig wechseln sich lange Trockenperioden durch zu starke Regenfälle ab, die das Land dann überfluten.

Versandete Felder

Viele Familien sind traditionelle Anbaumethoden gewohnt und haben nur wenige Kenntnisse oder auch finanzielle Mittel, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Sie sollen in den kommenden 3 ½ Jahren Anbaumethoden erlernen, die weniger anfällig gegenüber Klimaeinflüssen sind, angepasste Bewässerungstechniken lernen und aufbauen. Wasserauffangbecken oder im Untergrund von Flussbetten fließendes Wasser sollen zur Bewässerung und als Trinkwasserquelle entwickelt werden.

Bewässerungskanal unter dem Sediment des Flusses
Bewässerungskanal
Damm zum Schutz vor Überflutungen

Mit Gabionen, dies sind Mauersteinkörbe, können Ufer befestigt und Flüsse reguliert werden.

Gabion

Der Austausch zwischen den Siedlungen weiter oben und unten am Fluss wird gefördert, denn das Management der Wasserressourcen muss gemeinsam geplant werden. Auch die Regierungsstellen werden mobilisiert und mit den Dörfern verlinkt, um Klimawandel und nötige Antworten darauf in die Prioritäten der Regierungsaktivitäten aufzunehmen.

Die direkte Zielgruppe vom Projekt sind 2000 Haushalte und 900 Schülerinnen und Schüler, aber indirekt rund 48.000 Haushalte (die davon profitieren werden, wenn die lokalen Regierungsstellen Programme in ihre Prioritäten aufnehmen, die der Bevölkerung gegen die Auswirkungen von Klimawandel unterstützen).