Im Jänner 2018 hat ADRA Geschäftsleiter Marcel Wagner das Projekt und Projektbüro in Tadschikistan besucht. Er traf Kinder und Eltern, die durch ADRAs Projekt für Kinder mit zerebraler Lähmung betreut werden. Die nächsten Schritte für das zweite Jahr dieses wertvollen Projekts wurden geplant und viel Zeit der Ausbildung des lokalen Teams gewidmet.

Zuhra (*) gewinnt Vertrauen

Zuhra ist ein sehr schüchternes Mädchen. Sowohl sie als auch ihr Bruder haben eine zerebrale Lähmung und unsere Therapeutin arbeitet mit ihr. Normalerweise war es so, dass sie niemandem erlaubte, sie für die Therapie zu berühren (Massage und Gymnastik) oder mit ihr zu arbeiten. Jedes Mal weigerte sie sich, weil sie große Angst hatte. Es ist so, dass sie ganz allgemein vor fast allen Dingen Angst hat.

Als unsere Therapeutin Zuhra an ihrem Geburtstag als Überraschung besuchte, passierte etwas so Schönes. Zuhra begann sich zu öffnen und zwischen ihr und der Therapeutin entwickelte sich ein Vertrauensverhältnis. Zuhra begann zu verstehen, dass es Menschen gibt, denen sie wichtig ist und die ihr Gutes wollen. Ihre Angst nahm ab und sie wurde offener für die Therapie.

So hilft Ihre Spende den Kindern und Eltern

Zuhra ist eines von 180 Kindern, die dank Ihrer Spenden eine Therapie erhalten. Bei einer zerebralen Lähmung sind die Muskeln des Kindes entweder zu locker, leisten dem Körper keine Stabilität, oder sie sind versteift, so dass sich das Kind kaum bewegen kann. Durch Massage, Gymnastik und Wärmeanwendungen, die auch die Mütter der Kinder erlernen, machen Kinder große Fortschritte in ihrer Entwicklung. Die Sorge der Mütter ist groß, dass ihre Kinder einmal die Schule besuchen können, und sie träumen, dass sie heiraten und eine Familie haben werden.

Neben der individuellen Therapie versucht das Therapeutenteam, die betroffenen Eltern in Selbsthilfegruppen zu organisieren, damit sie einander ermutigen können und weiter Unterstützung zur Therapie ihrer Kinder erhalten. Dies ist in der lokalen Kultur nicht einfach und zurzeit eine Herausforderung des Projekts (Frauen verlassen nicht einfach so das Haus). Viel Vertrauen muss aufgebaut werden.

Im kommenden Jahr möchte ADRA darüber hinaus im Bereich Prävention arbeiten. Viele Eltern berichten, dass die Lähmung ihres Kind nach einem hohen Fieber in der frühen Kindheit begonnen hat – ein hohes Fieber, das nicht richtig behandelt wurde. Hier kann Ausbildung von Ärzten und Krankenschwestern viel bewirken.

Eine Woche intensiver Ausbildung

Ein Höhepunkt für das lokale Team ist bei einem Projektbesuch immer auch die Ausbildung, die sie erhalten, die Fragen die sie stellen können. Der Einblick von außen bringt sie weiter und gemeinsam werden Lösungen für Probleme gesucht. So drehten sich einige Tage Training um die Themen: Training und Aufbau von Selbsthilfegruppen, Zeitmanagement und Selbst-Coaching, Evaluierung der Wirkung der Projektaktivitäten auf Familien und Kinder, Kritisches Denken, Entscheidungsfindung, Konfliktmanagement, Wie führt man Verhaltensänderungen herbei. An den letzten zwei Tagen unterstützte Marcel Wagner das lokale Team und auch die anwesenden ADRA Leiter von Kirgisien und Kasachstan dabei, nachhaltige Projektideen für ihre Länder auszuarbeiten.

Foto: Training der Mitarbeiter. In Zentralasien, wie auch in Tadschikistan, sitzt man meist am Boden – so auch hier beim Training.

Wenn einer eine Reise tut … 

Projektreisen geben wertvolle Einblicke in die Arbeit unserer Kollegen vor Ort, helfen ihre Herausforderungen zu verstehen. Die Tage sind vollgepackt mit Programm und abends wartet meistens ein volles E-Mail Eingangsfach und die Arbeit, die für das Österreichbüro noch erledigt werden muss und natürlich nicht einfach liegenbleiben kann. Die Begegnung mit den Menschen in unseren Projekten motivieren uns aber vor allem, uns weiterhin unermüdlich für die Bedürfnisse der Ärmsten und Ausgegrenzten einzusetzen.

Danke, dass Sie diese wichtigen Projektaktivitäten möglich machen! Sie verändern das Leben von Kindern, von Müttern und sie schenken ihnen eine Zukunft! Mit einer Spende von 100 Euro machen sie das Physiotherapieprogramm für ein Kind mit zerebraler Lähmung möglich.

(*Name geändert)