Auf Projektreisen besuchen wir natürlich die Dörfer, in denen wir arbeiten, sprechen mit den Menschen, um uns einen Eindruck zu verschaffen, wie unsere Arbeit ihr Leben verändert. Aber es gibt noch viel mehr zu tun! Vieles, was wir hier im Blog noch nicht vorgestellt haben, da dazu oft auch die Bilder fehlen. Es ist aber mindestens genauso wichtig. Hier geben wir Einblick, wie die vergangene Reise von Marcel Wagner nach Uganda abgelaufen ist.

 

Sonntag: Nach einem freien Sabbat in Uganda (bin Freitagnachmittag angekommen) machen wir uns sonntagmorgens schon sehr früh auf die 10 Stunden dauernde Fahrt von Kampala nach Kisoro. Bei Ankunft in der Projektregion gibt es zunächst ein Treffen mit unserem Personal vor Ort – die Projektleiter unserer zwei Projekte geben einen ersten Überblick über die aktuellen Aktivitäten, den Stand des Projekts und was die Herausforderungen sind.

Montag: In Kisoro treffen wir uns mit dem Chief Administrative Officer des Distrikts– er ist der oberste Verwaltungsleiter der größeren Region. Es geht zum einen um einen Höflichkeitsbesuch, aber auch darum, ihn über die Aktivitäten von ADRA zu informieren. Das Distriktbüro stellt gratis einen Raum für unsere Projektmitarbeiter als Büro zur Verfügung und es ist wichtig, auch bei der Umsetzung der Aktivitäten die Unterstützung der lokalen Regierung zu haben. Danach treffen wir uns mit UOBDU, einen NGO die auf die Arbeit mit den Batwa spezialisiert ist und die für einige Aktivitäten in unserem Projekt unterstützend hinzugezogen werden. Im Gespräch mit ihnen geht es u. a. um ihre strategische Ausrichtung in der Arbeit und im Lobbying für die Situation der Batwa in der Region. Am Nachmittag besuchen wir zwei Batwa-Siedlungen.

Dienstag: Am nächsten Tag besuchen wir drei Batwa-Siedlungen und sind dazu den ganzen Tag unterwegs, z. T. bis hinauf auf 3.000m Höhe über dem Meeresspiegel. Es ist kühl, aber die Sonne brennt unbarmherzig.

Am Mittwoch, dem 3. Tag, gibt es über all das Gesehene und Diskutierte ein Debriefing mit unseren Projektleitern und sie erhalten noch ein Training, wie man Projektkonzepte konzipiert – wichtig ist es, schon während der Projektlaufzeit Informationen zu sammeln um weitere Schritte planen zu können. Anschließend machen wir uns auf die 10 ½ Stunden lange Heimreise nach Kampala.

Donnerstag: Zurück in Kampala treffe ich mich mit den leitenden Angestellten von ADRA Uganda um die Arbeit der kommenden Tage zu koordinieren und auch die strategische Richtung unserer Zusammenarbeit zu diskutieren. Anschließend führe ich einen Workshop zum Thema „Theory of Change“ durch. Gemeinsam erarbeiten wir einen Problembaum, der die Herausforderungen der Batwa aufzeigt. Anschließend dann eine Beteiligtenanalyse (wer sind Personen und Organisationen von Einfluss und Interesse) für die weitere Arbeit mit den Batwa.

Freitag: Nach der Morgenandacht im Büro besuchen wir das Büro der Austrian Development Agency in Kampala und informieren Sie über unsere Projekte in Kisoro, diskutieren mögliche Zusammenarbeit in anderen Regionen.

Sonntag: Schon früh am Morgen treffen wir uns mit dem ADRA Team und ich leite zwei Workshops zu den Themen Kreativität und Innovation, die von einer lebendigen Diskussion abgerundet werden.

Am Montag reisen wir 450 km in den Norden hinauf in die Region Kitgum, um dort wichtige Informationen für die Planung eines zukünftigen Projekts zu sammeln. Dort treffen wir eine NGO, die vor allem auf die Arbeit mit Frauen spezialisiert ist, und auf den Chairman des Sub-Counties. Anschließend treffen wir den König! Ja, es gibt in Uganda noch einige Könige, die jeweils für eine größere Region verantwortlich sind. Er gibt uns wertvolle Einblicke, wo er die dringendsten Bedürfnisse in seiner Region sieht. Am späteren Nachmittag treffen wir uns in einem Dorf mit einer Frauengruppe und fahren dann weiter nach Pader. Hier treffen wir am Abend noch das Team von CARE– da sie in derselben Region arbeiten ist eine Koordination möglicher paralleler Aktivitäten wichtig.

Am Mittwoch fahren wir den weiten Weg zurück nach Kampala, am Abend schreibe ich weiter an meinem Reisebericht, damit keine wertvollen Informationen vergessen gehen.

Donnerstag morgen leite ich einen Workshop „Problemanalyse für die Region Kitgum“, die wir gerade besucht haben. Wir treffen uns mit dem Wasserministerium und mit dem Uganda Women’s Network.

Am Freitag besuchen wir National Water, und arbeiten im Büro an einem Plan für ein zukünftiges Projekt. Austausch über die Kontinente hinweg: Am Nachmittag stelle ich unserem Team von ADRA Uganda noch die Grundzüge unseres Nepal-Projekts zur Marktentwicklung und der Einkommensförderung von Kleinbauern vor.

Sonntag: Am Morgen haben wir noch einen gemeinsamen Workshop zum Thema Programmplanung – wie baut man in einer Region strategisch ein Programm auf, mehrere Projekte die sinnvoll ineinandergreifen und so die Probleme vor Ort ganzheitlich angehen. Gegen 14 Uhr machen wir uns dann auf den Weg zum Flughafen nach Entebbe, von wo aus ich über Doha wieder nach Wien fliege.

Montag morgen um 7:15 komme ich in Wien an, eigentlich gerade passend um mich auf den Weg ins Büro zu machen – die Woche beginnt ;-).