Oh, ja! Und zwar 117 Mal.

Nach 279 Wasserkanistern, belegen die Ziegen Platz 2 im ADRA-Geschenkkatalog. Die süßen Tiere erfreuen sich größter Beliebtheit.

Und jetzt geht es mit vielen neuen Geschenken in die zweite Runde.

Pünktlich vor dem Weihnachtsstress erscheint er, der neue ADRA-Geschenkkatalog, und landet vermutlich mit vielen anderen bunten Katalogen und Werbeprospekten in unseren Postfächern. Gerade vor Weihnachten hat man das Gefühl von Angeboten und Werbungen überschwemmt zu werden. Überall scheint es das perfekte Weihnachtsgeschenk für uns zu geben. Wie kommt es dann, dass wir trotzdem nie wissen, was wir eigentlich verschenken sollen?

Ich selbst liebe Weihnachten. In meinem Umfeld ist das allseits bekannt, denn spätestens ab Mitte November hat der Kitsch bei mir Einzug und meine Wohnung erstrahlt im Gold- und Silberglanz. Aus den Boxen ertönt Nat King Cole und die Transformation zum „Winterwonderland“ nimmt ihren Lauf. Nur im letzten Jahr, habe ich plötzlich begonnen, diesen ganzen Weihnachtswahnsinn, der um uns herum passiert, anders zu erleben und mit Abstand zu betrachten. Unweigerlich hat sich mir die Frage aufgetan: Wohin haben wir uns eigentlich verrannt?

Wieso schenken wir? Wem schenken wir? Und vor allem was?

Wie viel Geld will ich ausgeben? Wie viel Geld sollte ich ausgeben?

Was werden wohl die anderen für mich ausgeben?

Ich kannte den ADRA-Geschenkkatalog und ich fand die Idee großartig. Trotzdem habe ich nichts daraus verschenkt. Heute stelle ich mir die Frage, was mich davon abgehalten hat. Standen mir irgendwelche Bedenken im Weg?

Wer hätte denn ein Problem damit, Menschen in Not etwas Gutes zu tun? Habe ich schon einmal ein Weihnachtsgeschenk erhalten, das mein Leben grundlegend verändert hat? Bin ich überhaupt noch im Besitz aller meiner Weihnachtsgeschenke vom letzten Jahr? Funktionieren sie noch? Gefallen sie mir?ms-moti-chaudhary-35-years-and-she-lives-fattepur-7-sarri-bake

Moti Chaudharys (35) Lachen spricht Bände. Dass sie Gefallen an ihrem Geschenk findet ist ihr zweifellos anzusehen. Letztes Jahr hat sie einen Brunnen bekommen und verdient Dank dieses Brunnens und dem Verkauf zusätzlichen Gemüses 4x so viel wie früher. So kann sie sich und ihre Familie ernähren.

ADRA Vietnam Cao Bang

334 kg Feuerholz haben Nong Va Cao und ihr Mann Monat für Monat gesammelt.

Die beiden leiden unter einer körperlichen Behinderung und sind nun überglücklich, dass sie Dank ihres neuen Energiesparofens nur mehr halb so viel Holz brauchen. So kann sich darüber hinaus nicht nur die Natur Vietnams erholen, auch die Gesundheit der beiden und vieler weiterer Dorfbewohner hat sich durch die Rauchreduzierung deutlich gebessert.

Durch den Einsatz der neuen Energiesparöfen ist die Anzahl der Krankheiten in Nong Va Caos Dorf von 71% auf 20% gesunken

Die Welt-Gesundheits-Organisation geht davon aus, dass die üblichen offenen Feuerstellen im Haus die fünfthäufigste Todesursache in Entwicklungsländern ist.

Vietnam ADRA Fuelefficient stove

Dieser Energiesparofen kostet 30€.

Was gab’s letztes Jahr um 30€? Ein Parfum? Eine Duftkerze? Oder gar einen Doppelpack Socken aus Merinowolle? Hast Du Dich gefreut? Haben diese Socken einer Familie das Leben erleichtert, Krankheiten geheilt oder der Umwelt die Möglichkeit gegeben sich nachhaltig zu erholen? Der Energiesparofen kann jedenfalls allen drei Punkten gerecht werden. Ganze 45 Mal wurde er im letzten Jahr verschenkt.

Auch das Saatgut – hiervon wurden 101 Päckchen verschenkt – wächst und gedeiht. Und das nicht nur auf dem Feld, auch die Zukunftspläne der Einwohner in Nepal blühen auf. „Wir möchten unabhängig sein und bei unseren Familien leben.“ Erzählt uns Prem Dangi (21). Er möchte die Bewässerung auf seinem Land verbessern und mit seinen roten Chili-Schoten den internationalen Markt erobern. – Ein Geschenk, das Früchte trägt.

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Wie viel mehr wäre noch möglich, wenn wir heuer anders schenken? Wenn wir uns dazu entscheiden dem Schenken in diesem Jahr eine andere Bedeutung zu geben und so, mit wenig Aufwand, weitreichend etwas verändern würden? Ja, vielleicht wird’s jetzt kitschig, aber bald ist Weihnachten und statistisch gesehen, habe ich somit die beste Zeit erwischt um an das Kind in Euch zu appellieren. Darum: Schnappt Euch den Geschenkkatalog und schenkt wertvoll und nachhaltig!

Lasst uns gemeinsam etwas verändern!

 

(Jetzt pathetische Weihnachtsmusik abspielen.)

(..am besten Nat King Cole.)

 

Astrid Aschenbrenner