Die Menschen in der Region Zvishavane sind durch eine Hungerperiode gegangen. ADRA Simbabwe hat im vergangenen Jahr als Nothilfe Nahrungsmittel in Schulen verteilt, aber auch begonnen, Gemeinschaftsgärten zu errichten, in denen Familien zusätzliche Nahrungsmittel anbauen können. Dieses Projekt war ein Nothilfeprojekt und daher nur auf wenige Monate Laufzeit ausgelegt. In den neu errichteten Gemeinschaftsgärten gibt es Gemeinschaftsflächen und die einzelnen Familien haben kleinere Plots, auf denen sie selber für die Familie Gemüse anbauen. In einem dritten Bereich wurden Fruchtbäume gepflanzt. Das Land konnte dafür von Gestrüpp befreit werden, einige Gärten haben neben dem soliden Zaun zum Schutz vor Tieren eine Bewässerungsmöglichkeit bekommen.

Die Ernährung der Familien hat sich leicht verbessert, aber die Herausforderungen sind immer noch groß. Die Mittel des vorherigen Projekts waren begrenzt und innerhalb der ersten Monate konnten die Familien nur allererste Grundlagen erlernen. Der erste von zwei Gärten, die wir besucht haben, wächst gut. Er hat eine Tröpfchen-Bewässerung und rund ums Jahr kann alle drei Monate geerntet werden. Die Familien im zweiten Garten haben es jedoch nicht leicht. Das Gelände hat ein recht starkes Gefälle, der Boden ist sandiger. Bislang konnte keine Tröpfchen-Bewässerung installiert werden und die rund 1,5 Hektar (15.000m2!) müssen von Hand mit Eimern bewässert werden. Eine unglaubliche Arbeit, die aber unerlässlich ist, da es zu wenig und nicht zuverlässig regnet, als dass die zarten Gemüsepflanzen ohne Bewässerung überleben würden.

In diesem Garten kam Marcel Wagner vom ADRA Büro in Wien mit Shingirirai ins Gespräch. Sie ist 34 Jahre und hat 3 Kinder. Neben ihrem Haus pflanzt sie Mais an, hier im Gemeinschaftsgarten zusätzliches Gemüse. Ihre Tomatenpflanzen haben eine Krankheit. Momentan verdient sie trotz der Plackerei mit dem Verkauf von Gemüse nur rund 5 USD pro Monat. Das ist viel zu wenig. Sie kann davon ihren Mais mahlen lassen und Hygieneartikel für ihre Kinder kaufen. Aber sie ist müde durch die harte Arbeit und muss zusätzlich noch als Tagelöhnerin auf den Feldern anderer Leute arbeiten, um die Familie zu ernähren.

Hier setzt unser Projekt an. 2540 Familien lernen und werden dabei unterstützt, die Produktivität ihrer Felder und Gärten zu steigern und verschiedene landwirtschaftliche Standbeine aufzubauen. Rund um das Jahr sollen systematisch Sorten angebaut und geerntet werden, die klimaresistenter sind und einen hohen Verkaufspreis erzielen. Dazu werden die Frauen mit den richtigen Händlern verlinkt und lernen, ihre Arbeitsleistung und Investitionen mit Saatgut, Dünger etc. durchzukalkulieren. Ihre Produktion benötigt die richtigen „Inputs“ wie Saatgut, Dünger, gesundheitsverträgliche Pflanzenschutzmittel, Bewässerungstechnologie, Werkzeuge. Die Ernte muss richtig gelagert werden, nach Qualität sortiert, möglicherweise bereits weiterverarbeitet werden (z. B. portionsweise verpackte Bohnen für Supermärkte), um den bestmöglichen Preis zu erzielen. Dazu lernen ausgewählte junge Erwachsene, Kleinunternehmen entlang dieser Wertschöpfungskette zu gründen, in denen weitere Personen Arbeit und ein Einkommen finden, die körperlich vielleicht nicht harte Feldarbeit verrichten können.

Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten im neu startenden Projekt verschiedene spezialisierte Partner aus dem Sektor Hilfsorganisationen, öffentliche Stellen und Unternehmen aus der Wirtschaft (Ankauf der Erzeugnisse) und Technologie (z. B. für den Versand aktueller Marktinformationen über Handy an Bauern) zusammen.

Zum Projektbeginn vor Ort

Im Februar war Marcel Wagner von ADRA Österreich vor Ort bei ADRA Simbabwe, um den Projektstart zu begleiten. Es waren intensive Tage mit dem Management- und Projektteam, um die kommenden Schritte und den Start in das 3-jährige Projekt sorgfältig zu planen.

So wurde das Budget noch einmal durchgegangen, ein Plan erstellt, wie die Ziele des Projekts kontinuierlich kontrolliert werden können. Ein detaillierter Aktivitätsplan für alle involvierten Partner wurde erarbeitet, um die vielfältigen Aktivitäten effizient und aufeinander aufbauend abzustimmen und sicherzustellen, dass alle Aktivitäten zum Erreichen der Projektziele beitragen. Richtlinien zur Sicherheit der Mitarbeiter und Projektteilnehmer wurden angepasst. „Good Practice“ – wertvolle Lernerfahrungen und Herausforderungen aus vorhergehenden Projekten wurden diskutiert und erarbeitet, wie diese in das neue Projekt einfließen können und gleichzeitig auch neu gewonnene Erkenntnisse kontinuierlich dokumentiert und umgesetzt werden. Besonders wichtig war es für Wagner, dass das Projektteam in den kommenden drei Jahren ständig die Wirkung und Effekte der verschiedenen Aktivitäten kritisch beobachtet um wo nötig gegensteuern zu können.

In diesem Projekt geht es um die Zukunft von Frauen, Männern und Kindern – um ein nachhaltiges Einkommen für Familien wie die von Shingirirai, die Tag für Tag hart arbeiten und dennoch Hunger haben.

Um diese wichtige Hilfe zu finanzieren, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – nur gemeinsam kann dieses Projekt für 2540 Familien in der Region Zvishavane in den kommenden 3 Jahren zum Segen werden. Kleine Tropfen bewirken zielgerichtet bei der Bewässerung viel. Genauso ist es mit Ihrer Spende.

Besonders freut uns, dass Ihre Spende durch eine Förderung der Austrian Development Agency 1+1,2=2,2 vervielfacht wird!

Bitte beten Sie gemeinsam mit uns für diese Arbeit! Das Projekt ist herausfordernd. Einer der beim Startworkshop anwesenden Unternehmer hat uns inspiriert. Er sei Christ, sagte er, und freue sich darauf zu lernen, unsere Werte in solch einem Projekt zu leben.