Chamelia Devi Ran beschreibt, wie sie die schweren Fluten in ihrem Dorf im südlichen Tiefland Nepals erlebt hat. Die Fluten, die alles, was sie besaß, raubten.

Chamelia ist 37 Jahre alt und lebt mit ihrer erweiterten Familie in Gujra. Die Flut hat sie besonders hart getroffen. Sie verlor ihr Haus und ihre Tiere in den Fluten. Bis dahin hatten alle Familienmitglieder glücklich unter einem Dach zusammengelebt.

Chamelia ist Teil eines ADRA Projekts, welches das Einkommen der Kleinbauern in der Region fördern soll. Sie hat in den letzten Jahren gewissenhaft gespart und sich von ihrem hart erarbeiteten und gesparten Geld 2 junge Ziegen gekauft. Sie lebte in einer mit Gras gedeckten Lehmhütte.

Wir treffen Chamelia an einem sonnigen Tag im Schutz einer aus Plastikplanen gebauten Notunterkunft. Sie passt auf ihren Sohn auf, ihr Mann arbeitet als Tagelöhner auf einem Feld. Da ihr Sohn die Schule zurzeit nicht besucht, läuft er sonst im Dorf herum oder geht fischen, um das Essen der Familie aufzubessern. Die Sonne brennt auf die Plastikplane, während Chamelia uns von dem schicksalshaften Tag berichtet. „Ich war auf dem Feld mit meinem Mann und Sohn. Es war ein Regentag und es regnete ohne Unterbrechung seit dem frühen Morgen. Plötzlich stieg der Wasserstand an und eine riesige Masse Wasser bewegte sich auf unsere Siedlung zu. Und plötzlich hörte ich Männer, Frauen, Kinder und die Älteren im Dorf schreien: Wasser! Wasser …!!! Ich konnte sehen wie mein Mann und mein Sohn auf unser Haus zuliefen, um noch etwas zu retten. Ich konnte sehen, wie Häuser vom fließenden Wasser überschwemmt wurden. Ich dachte an mein Haus und an meine Ziegen, die im Unterstand waren. An den Reis im aus Lehm geformten Lagerbehälter.

“Ich war nervös und hatte Angst. Ich dachte, jetzt ist alles zu Ende. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie ich zu Hause angekommen bin. Ich sah mein Haus, das wie die anderen zusammengebrochen war. Menschen riefen, weinten, schrien um Hilfe, einige versuchten ihre Familie zu retten. Ich habe Panik bekommen. Ich sah, wie mein einziges Zuhause weggeschwemmt wurde. Ich brach zusammen und war wie benommen.“

Zwei Wochen später war die Region wieder zugänglich, nachdem die Wassermassen sich zurückgezogen hatten. Chamelias Familie erhielt unmittelbar Material für eine Notunterkunft und Nahrungsmittel von ADRA Nepal. Dies bestand aus einer Plastikplane, 1 Paket mit Hygieneartikeln, 30kg Reis, 5 kg Linsen, 4 kg Zucker, 2 Liter Öl zum Kochen und 1 kg Salz. Sie haben sich auf einem freien Platz eine Hütte aus der Plane gebaut und hoffen nun, dass sie so schnell wie möglich ihr Haus wiederaufbauen können.

„Ich bin dankbar, dass ADRA uns Nahrungsmittel und Zeltplanen gebracht hat. So haben wir genug zu Essen und sind vor dem Wetter geschützt.“