In unserem letzten Blog-Beitrag haben wir euch darüber informiert, wie der Bau des Living Museums voranschreitet. Heute wollen wir euch den Bau des Living-Museums aus Sicht eines Arbeiters vom Volk der Batwa schildern und was ihm dieses Projekt, das ihr durch eure Spenden ermöglicht habt, bedeutet.

Emma H. ist ein 29-jähriger Batwa, verheiratet und Vater von drei Kindern. Emma ist einer der wenigen Batwa, die sich im Laufe der Jahre durch die verschiedenen ADRA-Projekte verändert haben. Im aktuellen Batwa ALIVE-Projekt war er einer der 6 Erwachsenen-Ausbildner, der seinen Mitmenschen in der Chahi Batwa-Community hilft, grundlegende Lese- und Rechenfertigkeiten zu erlernen.

Emma ist einer der Batwa, die sich derzeit als ungelernte Arbeitskräfte für das Batwa Living Museum zur Verfügung stellen. Emma sagt, dass er das Privileg hat, einer der Batwa zu sein, die durch die Einrichtung des Museums ihr eigenes Erbe bewahren.

„Ich habe selbst nie im Wald gelebt, aber mir wurde gesagt, dass das Leben dort wunderbar war und unsere Kultur intakt ist. Niemand hat mir bisher geholfen, die ursprüngliche Kultur zu verstehen.  Durch die Zusammenarbeit beim Aufbau des Living-Museums mit den Batwa-Senioren, die noch echte Walderfahrung haben, habe ich viel von früher gelernt und kann jetzt die Geschichte des Batwa-Erbes viel besser erzählen als zuvor. „

Nach seinen Erwartungen an das Living-Museum gefragt, sagt Emmanuel, dass dies ein Ort sein soll, an dem die wahre Geschichte der Batwa erzählt wird: „Wenn man die Menschen der Umgebung fragt, was ihnen beim Name Batwa in den Sinn kommt, sagen sie, dies sind schmutzige Personen, ja sogar sehr schmutzige ohne eigene Geschichte & Kultur.  Dies ist aber eine falsche Darstellung meiner Kultur. Jeder Einwohner in Kisoro sollte vorbeikommen und sich unsere Geschichte anhören. Meine Mitjugendlichen, die uns falsch darstellen, müssen ihre Ansichten ändern. Es ist mein Traum und ich hoffe, dass das Living Museum dies ermöglicht. “

Emma ist einer der Batwa-Jugendlichen, die an der Errichtung von Batwa-Originalhäusern im Living-Museum beteiligt sind, und als er gefragt wird, wie er sich fühlt, sagt er: „Abgesehen davon, dass ich jeden Tag etwas Geld verdiene, arbeite ich hier nicht als reiner Angestellter, sondern ich arbeite, weil ich das Gefühl habe, dass ich mein eigenes Ding aufbaue. Hier lerne ich, meinen Kindern etwas über meine Kultur zu erzählen und dieses Gefühl macht mich sehr glücklich.“

„Das Living-Museum wird einen großen Beitrag zur Erziehung unserer Kinder leisten. “ Außerdem sollen die Batwa-Frauen ihr Kunsthandwerk an Besucher & Touristen verkaufen.

Emma erzählt seine Geschichte und verleiht diesem wichtigen Projekt eine weitere Dimension. Als wir die Diskussion abschließen, ruft mich Emma zurück und fragt flüsternd nach der Sicherheit des Museums. „Sie sehen, wir müssen dieses Museum schützen, damit nichts passiert.“ Dieses Gefühl der Eigenverantwortung, das dieser junge Mann zeigt, macht mich wahnsinnig glücklich“, ergänzt der lokale ADRA Projektleiter.

Danke, dass ihr dieses wunderbare Projekt möglich gemacht habt und Danke der Stadt Wien für die Kofinanzierung.

Wenn ihr mehr über die Batwa erfahren wollt oder unsere weiteren Hilfsprojekte für dieses Volk unterstützten könnt, schaut auf der Projektseite vorbei.