Wir möchten euch gerne mitnehmen und die Sekundarschule in HAMBE besuchen. Sie liegt ganz in der Nähe einer sehr sehr holprigen Straße hinauf in den Norden Simbabwes. Der Asphalt auf der Straße ist vielleicht noch einen Meter breit, rechts und links davon weggewaschene Erde – man muss fast im Schritttempo fahren und immer wieder die Seite wechseln, um nicht in den tiefen Gräben stecken zu bleiben. Endlich wird der Weg wieder besser.

In Hambe gibt es eine Volksschule mit rund 500 Schülern. Die Schule hatte einen Brunnen, aber der ist in der letzten Zeit ausgetrocknet. Zwei Steinwürfe entfernt sehen wir die Sekundarschule. Ein Gebäudeblock mit zwei Klassenzimmern. Hinter den Klassenzimmern, etwas entfernt einen ellenlange Reihe mit Plumpsklos. Viele Toiletten, für zwei Klassenzimmer. Auf der gegenüberliegenden Seite des Fußwegs sehe ich eine Art Fußballfeld, und zwei schattenspendende Strukturen – Holzpfähle und das ganze gedeckt mit Gras. Baumstämme deuten Sitzgelegenheiten an. Da gerade Osterferien sind, ist das Gelände wie leergefegt. Wir halten hier aber an, denn ADRA hat in der Nähe einen Brunnen gebohrt. Sobald die Schule Wasser hat, kann sie von einer „Satellitenschule“ zu einer voll gültigen Schule werden.

Winkend kommt uns quer über einen Gemüsegarten Gora entgegen. Er trägt ein gelbes Fußballshirt und seine Zähne blitzen. Er stellt sich vor als Sekretär des lokalen Schulkomitees. Er kennt unser Team, denn die waren vor einiger Zeit da und haben den Brunnen gebohrt. Ein erster Bohrversuch auf dem Schulgelände war erfolglos – 100 Meter tief, aber kein Wasser. Einige Meter entfernt war das Team mit der Bohrausrüstung dann erfolgreich. In 60 Meter Tiefe sind sie auf ein starkes Aquifer gestoßen.

Wie viele Schüler besuchen die Schule, frage ich. Die Antwort verschlägt mir die Sprache: 700! Zwei solide Klassenzimmer, zwei schattenspendende Gras/Holzunterstände. Bei Regengüssen quetschen sich alle kurz in die Klassenzimmer. Das erklärt die lange Reihe an Toiletten!

Ein Teil der Schüler hat einen 7-8 km weiten Schulweg. Es gibt einen Fluss, an dem das Dorf Wasser schöpft. Manche müssen nur 15 Minuten weit laufen, andere brauchen zwei Stunden hin- und zurück. Ich habe während meines Aufenthalts ein paar Wasserkanister mit 20l Wasser vom Brunnen zum Auto geschleppt – vielleicht 25 Meter weit – meine Hände taten echt weh! Ich stelle mir vor, das wasser zu schleppen, 2 Stunden lang! Und das jeden Tag oder sogar mehrmals am Tag. Die, die können, haben einen Eselkarren oder ähnliches. Andere tragen Eimer auf dem Kopf. Wasser holen ist eine Aufgabe der Frauen und Kinder. Das Wasser, was sie finden, ist oft verschmutzt, sie haben Durchfall.

Umso wertvoller ist der Brunnen, von dem sie in Kürze Wasser holen können. Sauberes Trinkwasser. Ihr könnt uns unterstützen und diesen Brunnen mit eurer Spende unterstützen! Wir stehen um das blaue Rohr, während Gora erzählt. In etwa 2 Wochen kann die Pumpe installiert werden. Weil die Regenzeit gerade zu Ende geht, musste das Team für die Zementarbeiten warten, bis es trocken genug ist.

Ich frage Gora: Wie sieht das Leben im Dorf aus, wovon Leben die Familien? Sie bauen Erdnuss, Mais und Baumwolle an. Sie halten vor allem Kleintiere wie Ziegen und Schafe, ein paar Rinder.

Eine kleine Ziege verkaufen sie für 15-25 USDollar, ein Rind bringt 200-350 Dollar ein. Um die grundlegendsten Bedürfnisse wie das Mahlen vom Mais, Zucker, Öl, Salz und Seife abzudecken, braucht eine Familie 20 Dollar im Monat. 3 Monate lang das Kind zur Schule zu schicken kostet 25 Dollar. Dazu kommen dann noch Bücher etc.

Das Leben ist nicht einfach hier. Die Region hat unter einer zweijährigen Dürre gelitten und alle hoffen nun auf eine baldige erste Ernte. Dank eurer Hilfe erhielten Familien Saatgut für Sorghum und Bohnen – sie haben gelernt, Lebensmittel anzubauen, die besser mit Dürre zurechtkommen. Und alle freuen sich nun auf den Brunnen – könnt ihr euch vorstellen, was es für eine Frau bedeutet, wenn sie 20 kg schwere Kanister nicht mehr 2 Stunden lang schleppen muss, sondern sauberes Wasser im Dorf hat? Das verändert die Nahrung, das Trinken, die Gesundheit, die Hygiene, Gemüse kann angebaut werden. Danke, das Ihr dies durch eure Spenden ermöglicht!

Corinna Wagner