Nach zwei Jahren bin ich nun das erste Mal wieder in Korca. Früh am morgen um 8 Uhr haben wir uns von Tirana aus auf den Weg gemacht – es sind ca. 3-4 Stunden Fahrt quer durch Albanien, bis ganz nahe an die Grenze zu Griechenland.

Korca liegt höher als Tirana, und es ist richtig kalt hier – es weht ein beissender Wind der uns alle schaudern lässt. Bei der Adventgemeinde treffen wir Sergio und seine Frau Angelina, zu ihnen kommen noch drei junge Helfer aus ihrer Pfadfindergruppe hinzu, die uns bei der Paketübergabe begleiten werden.

Zu allererst besuchen wir ein Kinderheim in der Innenstadt. 22 Kinder leben zur Zeit hier von 0-6 Jahren. Es sind Kinder, die zur Zeit nicht bei ihren Eltern leben können, weil diese sich nicht richtig um sie kümmern können – sei es wegen einer Krankheit, psychischen Verfassung oder schlechter Wohnverhältnisse etc.. Dummerweise sind die Kinder alle dabei, ihren Mittagsschlaf zu halten, so können wir nur kurz in die abgedunkelten Zimmer hineinschauen in dem die kleinen Bettchen eins neben dem anderen stehen – die Betreuerinnen zeigen uns kurz das Haus. Ich muss mich anstrengen meine Tränen zurückzuhalten, als ich im Zimmer der ganz Kleinen stehe – 5 Babies haben sie zur Zeit im Heim, die drei jüngsten erst wenige Tage alt. Was für eine Kindheit werden sie vor sich haben?

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Und schon müssen wir schnell weiter – wir haben um 12 Uhr ein Treffen in einer „Schule für Kinder mit besonderen Bedürfnissen“. Hier dürfen wir nicht zu spät kommen. Es sind Kinder, die an einer körperlichen oder geistigen Behinderung leiden. Einige sind auch stark Verhaltensauffällig. Sie besuchen hier jeden Tag von 8-12 die Schule – danach sind sie wieder bei ihren Eltern. Die Schulleiterin ist sehr engagiert und bedankt sich sehr herzlich bei uns. Seid sie da ist – seit einem Jahr – hat sich in der Schule viel getan. Rund 35 Kinder sind hier, aufgeteilt auf mehrere kleine Klassen. Die jüngste ist Floriana, sie ist 6 Jahre. Sie ist so anhänglich und kam sofort auf jeden von uns zu und wir haben einen dicken Kuss von ihr auf die Wange bekommen :-).

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Die Kinder bekamen von uns ihre Pakete übergeben, die sie strahlend mit nach Hause genommen haben. Nur wenige durften sie direkt auspacken – wir haben sie ihnen lieber geschlossen mitgegeben, damit sie auf dem Nachhauseweg nicht die Hälfte verlieren!

Nach einer herzlichen Verabschiedung kletterten wir ins Auto und trafen unsere lieben Helfer aus Korca ganz in der Nähe wieder – beim Spital der Region in der es eine große Kinderabteilung gibt. Gerade waren 19 Kinder hier zur Behandlung, die meisten von ihnen litten an schweren Erkrankungen der Atemwege. Kein Wunder … die meisten Gebäude hier sind im Winter eiskalt – die Wände sind nicht isoliert und es gibt maximal kleine elektrische Heizöfchen – die nicht viel Wärme bringen und dazu noch sehr teuer im Stromverbrauch sind, so laufen sie nicht oft.

Das war ein Hallo in den Zimmern. Manche Kinder lagen sichtbar krank unter ihren Decken, mit einem Tropf am Händchen, andere waren fitter und sassen auf ihrem Bett. Alle waren begleitet von ihren Müttern oder manchmal auch Vätern. Sie durften ihre Pakete dann natürlich auch direkt aufmachen und als ich auf dem Rückweg vom letzten Zimmer noch einmal in die vorderen Zimmer schaute, sah ich viele der Kinder bereits am Spielen mit den neuen Geschenken. Da sauste ein kleines Flugzeug über den Krankenhausboden und daneben spielte ein Mädchen mit ihren Memorykarten. Eine andere winkte mir strahlend zu und warf noch eine Kusshand hinterher.

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Ein emotionaler Tag. Auch jetzt am Abend, als ich die Fotos durchschaue. Mir kommen die Tränen, als ich die Babies auf den Fotos sehe. Viele Fotos sind „technisch“ nicht so schön geworden, wie ich mir das erhofft hatte. Es ist so schwer, gleichzeitig die Umarmungen der Kinder zu erwidern, einen Platz zu finden in den oft kleinen und dann vollen Zimmern (wir waren 8 Personen, dazu 8 Kinder, zwei Lehrerinnen) so dass einem niemand vor die Kamera läuft, man nicht im vollen Gegenlicht steht, es ist so „nicht hell“ im Raum, dass schnelle Bewegungen der Kinder verwackeln (und sie bewegen sich schnell beim Auspacken der Pakete), man unter drei gleichzeitig auspackenden Kindern die schönsten Momente erwischt, möglichst gleichzeitig auf Video wie als Foto … und ich bin kein Kameraprofi … Dann ist da noch die kleine Fiona, die mich einfach auf ihren Stuhl zerrt und protestiert und zurückzieht, als ich aufstehen will um nicht nur die Hinterköpfe der meisten Kinder zu sehen.

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Heieiei :-D. Danke für euer Verständnis ;). Aber vielleicht stellen die Bilder auch gerade das dar – es war einfach so wie ihr es seht!

Liebe Grüße aus Tirana, Eure Corinna