Jedes Kind. Überall. In der Schule. ist eine weltweite Aktion von ADRA und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) mit Unterstützung von UNICEF und UNESCO, die sich dafür einsetzt, dass jedes Kind, überall, die Schule besucht. Vor rund einem Jahr wurde die Petition gestartet und nun wurde das Ziel von einer Millionen Unterschriften auch Dank eurer Unterschriften aus Österreich übertroffen.

Weltweit wurden Unterschriften gesammelt.
Weltweit wurde für die ADRA Petition geworben.

Bereits vor der Coronkrise sind weltweit 262 Millionen Kinder nicht zur Schule gegangen.

Wir bei ADRA akzeptieren dies nicht. Wir akzeptieren NICHT die Tatsache, dass 90% der Kinder mit Behinderungen in Entwicklungsländern nicht zur Schule gehen. Wir akzeptieren NICHT die Tatsache, dass Flüchtlingskinder fünfmal häufiger die Schule verlassen als ihre Nicht-Flüchtlingskollegen. Wir akzeptieren NICHT die Tatsache, dass 25 Millionen Kinder im Grundschulalter noch nie zur Schule gegangen sind.

ADRA fordert, dass keinem Kind jemals Bildung verweigert werden sollte.

Nicht wegen der Lage, in der es lebt. Nicht, weil ihre Regierung es versäumt, eine angemessene und kostenlose Bildung anzubieten. Nicht, weil ihre Familie arm ist. Nicht wegen Konflikten oder Vertreibung. Nicht wegen ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihrer Behinderung. Jedes Kind, überall, hat das Recht, die Schule zu besuchen und eine Ausbildung zu erhalten.

Diese Unterschriften werden jetzt führenden Staats- und Regierungschefs übergeben, damit sie sich verpflichten, dass alle Kinder und Jugendlichen Zugang zu kostenloser, gleichberechtigter und qualitativ guter Schulbildung erhalten.

Die Coronakrise hat die Situation noch verschärft. Laut einem Bericht von Save the Children werden weltweit zusätzlich 10 Millionen Kinder aufgrund von COVID-19 Lock-Downs und den damit verbundenen massiven Steuerrückgängen, reduzierten internationalen Transferzahlungen, sowie Spendenrückgängen und finanzieller Not der Eltern nie wieder in die Schule zurückkehren können. Insbesondere Mädchen sind sehr gefährdet, aus der Schule genommen zu werden und zu Kinderehen gedrängt zu werden.

ADRA Österreich geht es nicht nur darum, auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, sondern auch konkret etwas dagegen zu tun. So haben wir in mehreren Ländern der Welt Bildungsprojekte gestartet. Von einigen Projekten möchten wir euch heute berichten.

Unterricht per Megafon in Indien

In Indien hat ADRA schon vor ein paar Jahren die mobile Schule im Bus gestartet, um Kinder, die keine Schule besuchen, in die Schule zu integrieren. Nachdem sich das Coronavirus in Indien zunehmend verbreitet, bleiben die Schulen nach wie vor geschlossen. In den privaten Schulen wird, wie bei uns in Österreich, auf online Unterricht gesetzt. In den staatlichen Schulen müssen andere Wege beschritten werden. Die meisten Schülerinnen und Schüler dort können sich keinen online Unterricht leisten, da sie weder Zugang zum Internet noch zu Smartphones haben. Die Lehrer von ADRAs mobiler Schule im Bus in Indien unterrichten nun dank eurer Spenden per Megafon. An einigen strategischen Punkten im Dorf wurden Lautsprecher befestigt, so dass die Kinder vor ihren Hütten die Lehrer hören können. Ziel ist es, ihnen zumindest soviel Unterrichtsstoff zu vermitteln, dass sie, wenn die Schulen wieder öffnen, nicht den Anschluss verlieren.

Distance Learning in Indien.

Berufsausbildung für gehörlose Menschen in Kirgisistan

Körperliche Beeinträchtigungen stellen häufig eine große Barriere dar, wenn es um die Schul- und Berufsausbildung geht. ADRA Österreich ermöglicht gemeinsam mit ADRA Kirgisistan dank eurer Spenden und einer Förderung der Stadt Wien knapp 100 Gehörlosen eine Ausbildung, dank der sie in den Arbeitsmarkt einsteigen oder sich mit Hilfe eines Mikrokredits selbständig machen können. Darüber hinaus möchte das Projektteam die rund 1940 Gehörlosen in der Hauptstadt Bischkek in eine Hilfsorganisation und Lobbying-Gruppe für Gehörlose organisieren.

Berufsbildungsunterricht für Gehörlose

Laptops für Schüler in Österreich

Wir haben während des Lock-Downs erfahren, dass es auch in Österreich Schülerinnen und Schüler gibt, die nicht am online Unterricht teilnehmen können, da sie über kein geeignetes Endgerät verfügen. Die Bundesregierung hat zwar für Schulkinder an den Bundesschulen Laptops zur Verfügung gestellt, nicht aber für Landesschulen. Dank eurer Spenden konnte ADRA 6 Familien helfen, dass ihre Kinder nicht den Anschluss in der Schule verlieren. 6 Familien, deren Kinder auf die Neue Mittelschule Schwechat-Frauenfeld gehen, haben von ADRA gebrauchte, aber professionell aufgearbeitete Laptops bekommen. Bei den Familien handelt es sich Mehrkindfamilien bzw. Familien mit Migrationshintergrund, wo die Eltern arbeitslos sind.

Deutschkenntnisse als Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration

Im ADRA Sozialzentrum Wien Säulengasse, bieten wir Deutschunterricht für Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge an. Drei Kurse mit unterschiedlichem Sprachniveau finden aktuell statt, an denen rund 60 Personen teilnehmen. Ein erfolgreicher Abschluss der Deutschkurse hilft bei der Integration und ist die Voraussetzung zur Erlangung der Staatsbürgerschaft und zur Teilnahme am Schulunterricht oder dem Besuch einer Universität. 

Deutsch-Unterricht im ADRA Sozialzentrum Wien – Säulengasse

Wenn auch du ein Kind zurück in die Schule bringen möchtest: Mit 24 EUR pro Monat ist dies möglich.

ADRAs mobile Schule im Bus

Mit dem ADRA Ausbildungsset stellst du einer Schulklasse oder Lerngruppe, das Unterrichtsmaterial, wie Schulbücher, Hefte und Stifte zur Verfügung.

ADRA Ausbildungsset

Eine grundlegende Schul- und Berufsbildung ist die beste Maßnahme, um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Schenke du heute einem Kind Zukunft und Sicherheit.